Inj Australien : Der Hockey-Weltmeister aus Flensburg

Goldmedaille und Bembel: Hockey-Weltmeister Till Sörensen im offiziellen Sakko des australischen Nationalteams.
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Goldmedaille und Bembel: Hockey-Weltmeister Till Sörensen im offiziellen Sakko des australischen Nationalteams.

Till Sörensen besiegte mit der australischen Nationalmannschaft im Finale Gastgeber Holland und wurde zum Helden im Penalty-Schießen.

shz.de von
27. Juni 2014, 12:58 Uhr

Für Till Sörensen ist die WM gelaufen. Er hat seinen Titel schon. „Sie glauben gar nicht, wie entspannt ich die Spiele in Brasilien sehe“, sagt der 40-Jährige. Till Sörensen ist frisch gebackener Hockey-Weltmeister in der Altersklasse Ü40. Das Kuriose: Er gewann den Titel mit der Nationalmannschaft Australiens.

Die Szenen haben sich dauerhaft in seinem Hirn eingebrannt: Finale in Rotterdam, Australien gegen die Niederlande, 1:1 am Ende der regulären Spielzeit, Penalty Shoot-out, Sörensen im Tor. Am Ende hieß es 4:2 für die Aussies, der Flensburger hatte drei Penaltys der Niederländer gehalten und avancierte zum Man of the Match. Am Ende wurde er sogar als „Man of the tournament“ ausgezeichnet.

Till Sörensen begann mit elf beim Flensburger Hockey-Club am Stadion. Hier spielte er bis zu seinem Umzug nach Bremen, wo er eine Ausbildung zum Zimmerer absolvierte. An der Weser schloss er sich dem Club zur Vahr an. Zum Architektur-Studium ging er an die TFH Berlin und spielte mit dem SC Charlottenburg in der 2. Bundesliga, in der Halle sogar in der 1. Liga.

„Vor zehn Jahren heiratete ein Freund von mir in Sydney, ich sollte Trauzeuge sein“, erinnert sich der dunkelhaarige Sportler. Flog nach down under – und blieb dort. Das ist jetzt zehn Jahre her, inzwischen hält er den Kasten des Clubs UTS Hockey in Sydney überwiegend sauber. Seit einigen Jahren arbeitet er für Fitzpatrick & Partners, zuletzt hat er die neue Pferderennbahn in Sydney gebaut, ein 150-Millionen-Dollar-Projekt.

Die Ü40-WM lief parallel zur A-WM in den Niederlanden. Zwölf Teams spielten in drei Viergergruppen um den Einzug ins Viertelfinale. Australien siegte in der Gruppenphase 2:1 gegen Südafrika, 1:0 gegen die USA und 6:2 gegen Irland. „Wir waren ziemlich professionell aufgestellt“, berichtet Sörensen. Der Tross sei mit Trainer, Manager und Physiotherapeut nach Europa gereist, vor dem zehntägigen Turnier gab es eine Woche Vorbereitung in Barcelona. In Holland habe man einige Spiele gegen Erstligisten absolviert – allerdings allesamt verloren. Im Viertelfinale wurde Simbabwe noch ziemlich deutlich bezwungen, das Halbfinale gegen Großbritannien sei schon sehr dramatisch gewesen und endete 4:3.

Unter den zahlreichen Unterstützern des australischen Teams war auch eine kleine Fan-Gruppe aus Flensburg: Till Sörensens Eltern und sein in Frankfurt lebender Bruder waren nach Rotterdam gekommen, um Till live zu erleben. „Ich habe meinen Sohn noch nie so angespannt und fokussiert erlebt“, berichtet Mutter Sörensen. „Der hatte gar keinen Blick für mich – vor dem Spiel. Danach schon!“ In zwei Jahren kann Till Sörensens Team seinen Titel verteidigen, dann sogar im heimischen Canberra. Klar, dass der Buten-Flensburger dann wieder das Tor des Weltmeisters hüten will.

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