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Ausländer in Flensburg : „Der Hafen ist mein Lieblingsort“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die gebürtige Oberschlesierin Maria Gerbitz kam vor 20 Jahren aus Polen an die Flensburger Förde

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 18:19 Uhr

Einwohner aus 149 Ländern machen die Hafen- und Universitätsstadt Flensburg zu einer kleinen bunten Metropole. Mit Unterstützung von Peter Rohrhuber, der den Runden Tisch für Integration im Rathaus koordiniert, stellt das Tageblatt jeden Monat einen Vertreter einer Nationalität exemplarisch im Porträt vor. Heute: Maria Gerbitz aus Polen.

Wie heißen Sie, wie alt sind Sie, welchem Beruf gehen Sie nach?

Ich heiße Maria, aber meine Familie und Freunde nennen mich immer Maryla. Ich bin 77 Jahre alt und war von Beruf Sekretärin.

Gibt es einen Stadtteil, in dem besonders viele Menschen aus Polen leben, wenn ja, wo (und warum)?

Ich denke, dass in Mürwik und Engelsby viele Polen leben.

Zu welchen Veranstaltungen und Festivitäten Ihrer Gruppe laden Sie Flensburger regelmäßig im Verlauf des Jahres ein?

Es gibt die Deutsch-Polnische Gesellschaft, die von Zeit zu Zeit interessante Treffen und Ausflüge veranstaltet, zu denen ich Flensburger Leute aus dem Umland einlade.

Wann und warum sind Sie nach Flensburg gekommen?

Nach Flensburg bin ich vor etwa 20 Jahren mit meinem leider kurz darauf verstorbenen Mann sowie meinem Enkel gezogen. Wir wohnten vorher in Glücksburg, aber da wir kein Auto hatten, war es einfacher in Flensburg zu wohnen.

Wie leben Sie mit Ihrer Familie in Flensburg?

Ich wohne zusammen mit meinem Enkel in einer Dreizimmerwohnung, mit der ich sehr zufrieden bin. Beim Finden und Einrichten der Wohnung haben uns viele nette Menschen, sowie der freundliche Wohnservice vom SBV (Herr Mlowak) geholfen.

Welcher ist hier Ihr Lieblingsort?

Mein Lieblingsort ist der Flensburger Hafen, an dem ich gerne und oft spazieren gehe.

Was hat Ihnen das Ankommen, das Einleben besonders erschwert, was hat es erleichtert?

Am Anfang machte mir die Einsamkeit das Einleben schwer, weil ich noch kaum Freunde oder Bekannte hatte. Da ich aber ziemlich kommunikativ bin, habe ich mich schnell für meine neuen Bekanntschaften interessiert und neue Kontakte geknüpft. Dabei halfen mir nette Leute wie Dr. Glawischnig.

Welche Traditionen aus Ihrer Heimat pflegen Sie in Flensburg?

Eine wichtige Tradition aus meiner Heimat ist zu Heiligabend. Ich koche immer Fischsuppe (Karpfen) und Braten als Hauptspeise. Und zu Ostern gehen wir immer in die Kirche zur Segnung der Speisen, auf Polnisch „Swieconka“ genannt. Die Speisen, darunter Eier, Brot, Schinken und Salz, werden in einem Korb zur Kirche gebracht und nach der Segnung zu Hause untereinander geteilt, und es werden immer Glückwünsche ausgesprochen.

Was vermissen Sie besonders aus Ihrer Heimat?

Als gebürtige Oberschlesierin vermisse ich die schlesische Gastfreundschaft und die dortige Küche.

Welche Feste, Aktionen, Institutionen gefallen Ihnen in Flensburg und besuchen Sie regelmäßig?

Soweit es meine Kondition zulässt, gehe ich sehr gerne zur so genannten „Hocker Gymnastik“ bei der sehr netten und kompetenten Frau Cirkel vom SBV, aber auch zu der Gymnastikgruppe des TSB. Außerdem singe ich im katholischen Kirchenchor und gehe ab und zu den Operetten ins Theater.

Was fehlt oder funktioniert nicht, was müsste verbessert werden?

Ich hörte von mehreren Leuten, dass es eine bessere Anbindung an den Hamburger Flughafen geben sollte.

Was würden Sie sich von Bürgern und Behörden künftig wünschen?

Ich habe keine besonderen Wünsche an die Behörden, da meine Angelegenheiten immer freundlich und kompetent erledigt wurden.

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