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Dampf Rundum Flensburg : Der Gruß ans Feuerschiff erinnert an Käpt’n Weyhausen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gedächtnisfahrt für verstorbenen Dampf-Rundum-Mitbegründer greift eine längst vergangene Tradition der Dampferpassagiere auf

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2017 | 15:11 Uhr

Wenn vom 7. bis 9. Juli das Dampf Rundum den Flensburger Hafen bestimmt, geht manche Erinnerung an den Mit-Erfinder und Namensgeber dieser Veranstaltung: den am 1. November 2016 im Alter von 75 Jahren verstorbenen Alexandra-Kapitän Wolfgang Weyhausen. Es war der Wunsch der Organisatoren, an ihn zu erinnern. Dieser Wunsch wird sich erfüllen: mit der Käp’tn-Weyhausen-Gedächtnisfahrt am Donnerstag, 6. Juli. Ihr liegt ein alter Brauch zugrunde, den die Passagiere der Fördefahrt einst pflegten und der nun aufleben soll: die Buddel Rum fürs Feuerschiff.

Am Eingang der Außenförde lag früher das Feuerschiff „Flensburg“, das den von der Ostsee kommenden Schiffen den Weg nach Flensburg wies. Heute steht dort der Leuchtturm Kalkgrund. Für die Besatzung des Feuerschiffes war der Dienst bei schönem Wetter sicherlich keine Aufgabe, die sie unter großen Stress setzte – das änderte sich allerdings bei Schietwetter. Dann waren die Richtung weisenden Lichtzeichen umso wichtiger. Die Übergabe einer Flasche Rum an die Crew des Feuerschiffs war eine ganz besondere Zeremonie mit Zubehör. Sie schilderte uns vor Jahren der Flensburger Alexandra-Liebhaber Joachim Müller. Er war Enkel des legendären Alexandra-Kapitäns Greggersen und durfte oft auf den Dampfer gehen. Beim Durchstöbern der „Alexandra“ bis in den letzten Winkel machte Joachim Müller als Junge einen aufregenden Fund: Am Heck waren zwei große Modellschiffe verstaut, von denen eines sichtlich die „Alexandra“ zum Vorbild hatte, das andere das Feuerschiff. Besonders schön waren diese Modelle nicht, keineswegs zu vergleichen mit den Schönheiten, die mit heutigen Modellbaukästen zu schaffen sind. Joachim Müller nennt sie aus seiner Erinnerung heraus „recht grob“. Lag die Alexandra im Hafen, erlaubte Käpt’n Greggersen seinem Enkel, mit dem Modell zu spielen.

Die Fahrt zum Feuerschiff hat Müller persönlich erlebt. Auf der Alexandra fuhren treue Passagiere mit, die für eine Buddel Rum sammelten, die die Feuerschiff-Crew als Dank für ihren verantwortungsvollen Dienst erhalten sollte.

Hatte der Dampfer die Position Kalkgrund erreicht, kam das Modell ins Spiel. Unter dem Rumpf wurde in einer Halterung die Buddel Rum befestigt. Unter großem Hallo der Passagiere wurde das Modell dann außenbords ins Fördewasser gesetzt.

Das war der Moment, auf den die Besatzung des Feuerschiffes gewartet hatte. Von ihr war ein Motorboot ausgesetzt worden und tuckerte heran, der Matrose hob das Mini-Schiff aus dem Wasser. Mit ausgestreckten Armen wurde es noch einmal den Passagieren an Bord des Dampfers gezeigt, die begeistert jubelten und applaudierten. Dann fand der kleine Rumfrachter einen Platz im Beiboot und dies machte sich wieder auf den Weg zum Feuerschiff. Es war nun an der Besatzung, die Liebesgabe zu genießen.

Dieser Brauch soll jetzt wieder als Käpt’n-Weyhausen-Gedächtnisfahrt“ aufgenommen werden, mit einigen Abwandlungen. Zum Dampf Rundum vom 7. bis 9. Juli kommen diesmal drei Feuerschiffe: Elbe 1, Elbe 3 und Fehmarnbelt. Sie gehen gemeinsam auf Höhe Kalkgrund in Position, um das Spektakel abzuwarten.

Es erscheint dann allerdings nicht die Flensburger Alexandra zur Buddelübergabe, sondern das dampfgetriebene Museumsschiff „Bussard“ aus Kiel. Es wird Modellschiffe und Rum an Bord haben, um die Übergabe an die Feuerschiffe vorzunehmen. Wie deren Mannschaften die Flasche und das Modellschiff bergen, bleibt ihrer Findigkeit überlassen.

Nach dem maritimen Spaß, mit dem an Kapitän Weyhausen erinnert wird, nimmt die „Bussard“ wieder Fahrt auf und setzt ihre Anfahrt zum Flensburger Dampf Rundum fort. Der Platz für den alten Tonnenleger im Flensburger Hafen ist längst reserviert.

Für Freunde der Fördefahrt, die das kleine Spektakel miterleben möchten, sind an Bord der „Bussard“ Plätze frei. Das Schiff legt um 8 Uhr von seinem Liegeplatz beim Kieler Schifffahrtsmuseum ab. Die Begegnung mit den Feuerschiffen bei Kalkgrund ist für 13 Uhr vorgesehen. Um 18 Uhr wird der Dampfer in Flensburg erwartet.

Karten für die Tour sind erhältlich beim Vorsitzenden des Vereins Dampfer Bussard, Marco Josefus, Telefon 0431-55  55  87 oder per E-Mail: info@dampfschiff-bussard.de Bei großer Nachfrage wird über einen Bustransfer von Flensburg nach Kiel nachgedacht.

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