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Chor von der Insel Saareema : Der Gesang Estlands

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Lümanda-Quartett tritt zum ersten Mal in der Schlosskirche Glücksburg auf. Die vier Sängerinnen konzertieren zum siebten Mal in der Region.

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erstellt am 22.Okt.2014 | 11:07 Uhr

Still werden, entspannen und Frieden spüren. Das Repertoire des Lümanda-Quartetts stimmt besinnlich und heiter zugleich. Mit ihren estnischen Volkweisen, Neubearbeitungen und deutschem Kinderlied-Potpourri waren die vier Frauen von der Insel Saaremaa zum ersten Mal in der Schlosskirche Glücksburg zu Gast. Die traditionellen Gesänge estnischer Volksmusik hätten allerdings mehr Besucher verdient.

Das klingende Kulturgut half den Esten während der jahrhundertelangen Fremdherrschaft von Dänen, Kreuzrittern, Deutschen, Schweden, Russen und Sowjets ihre Identität zu bewahren. 1991 erlangten die Balten in der „Singenden Revolution“ ihre Unabhängigkeit. Im selben Jahr entstand die Partnerschaft des Kirchenkreises Angeln, heute Schleswig-Flensburg, mit der Propstei Saarte, wie Pastor Dietrich Waack vom Kirchenkreis einführend sagt.

Die Sängerinnen Ülle Reinsoo (Leiterin), Aive Bruhn (beide Sopran), Külli Luup und Ulvi Pöld (beide Alt) stammen aus dem Dorf Lümanda, dem Zentrum der westlichsten Kommune Estlands mit 900 Einwohnern, wie Bruhn sagt. Seit 1981 singen die Frauen bereits zusammen, jedes Jahr in Estland, alle drei Jahre in Angeln, wo Aive Bruhn lebt.

Die Lieder setzt die Komponistin, Chorleiterin und Organistin Ülle Reinsoo für die Sopran- und Altstimmen. Im Konzert begleitet Reinsoo die meisten Lieder dezent auf einem elektronischen Klavier. Ruhig mit Notenmappen in Händen stehen die Sängerinnen im Chorraum der Kapelle. Ein wenig bunte Stickerei am Ausschnitt ihrer schwarzen Oberteile bringt einen Hauch Folklore ins Spiel. Die Frauen singen von dem Mädchen, das seinen Vater auf See per Brief um ein Seidentuch bittet, von dem Ziegenbock, der auf Estnisch „göckimöcki“ meckert oder der kräftigen Eiche, die zu Bank oder Tisch verarbeitet wird. Die Atmosphäre lässt die bevorstehende Weihnachtszeit erahnen, das Rot der Vorhänge im Hintergrund der Kapelle trägt dazu bei. Der Gesang der Frauen kommt von Herzen, nicht aufgesetzt, nicht schmalzig, einfach wahrhaftig.

Das Lümanda-Quartett tritt am Donnerstag, 23. Oktober, 19 Uhr in der St.-Georg-Kirche Oeversee und am Freitag (24.), 19 Uhr in der Kirche zu Breklum auf. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.


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