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Flensburger Herbstmarkt : Der ganz normale Kirmes-Wahnsinn

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Heute um 14 Uhr startet der Herbstmarkt auf der Exe: Das Geschäft läuft für die Schausteller nicht mehr so gut wie früher

Flensburg | Die Gänge zwischen den in knallbunten Farben gestrichenen Buden sind noch leer, vor dem Zuckerwaren-Stand hängt ein Rollo. An den Fahrgeschäften werden die letzten Schrauben nachgedreht. Es ist der Tag vor der Eröffnung des Herbstmarkts auf der Exe, und die Schausteller sind mit den Vorbereitungen beschäftigt.

Karl Weihs ist schon seit über 30 Jahren regelmäßig auf dem Flensburger Jahrmarkt; sein „Superhopser“, in dem die Fahrgäste in einer beweglichen Arena auf Bänken sitzend hin und hergeschaukelt werden, sei hier echter Kult. „Die Leute wären schon sehr enttäuscht, wenn wir nicht mehr kommen würden. Es gibt sogar einige Stammgäste, die gleich am ersten Tag 100 Chips kaufen und dann immer wieder kommen“, erzählt Weihs. Hier auf dem Jahrmarkt kennt er alle Schausteller, „wir sind ja eine überschaubare Gruppe, die mit ihren Fahrgeschäften durch Deutschland tourt. Und Konkurrenz belebt das Geschäft.“

Das laufe allerdings in den letzten Jahren nicht mehr so gut wie früher. Weihs glaubt zu wissen, woran das liegt: „Die Jugendlichen geben heute ihr Geld für ihre Handys aus. Auf dem Jahrmarkt sitzt das Geld dann nicht mehr so locker.“ Außerdem seien die Kosten für den Stellplatz und den Strom immer weiter in die Höhe geschossen. Die Fahrpreise dagegen seien „fast noch so wie zu D-Mark-Zeiten – sonst würden die Leute ja gar nicht mehr kommen“. Trotzdem sei der Flensburger Jahrmarkt immer noch gut besucht, auch von vielen Dänen.

Neben dem Superhopser sind die großen Attraktionen in diesem Herbst das Fahrgeschäft „Breakdance“, bei dem die Gäste in kleinen Gondeln wild durcheinander gewirbelt werden, der „Tai-Fun“, bei dem eine Schlittenfahrt simuliert wird, und zwei Autoscooter. Zum ersten Mal dabei ist ein ganz klassisches Labyrinth. 500 knallgelb bespannte Absperrzäune bilden verzweigte Gänge und Sackgassen. Wer den richtigen Weg findet, wird mit dem Blick vom Turm belohnt.

Für den Inhaber des Labyrinths, Daniel Klaas, und seinen Vater Horst ist die Teilnahme am Flensburger Jahrmarkt ein echtes Experiment. Sie touren mit dem Labyrinth erst seit fünf Monaten durch Deutschland und standen bislang ganz allein – „das war vergleichbar mit einem klassischen Maislabyrinth“, erklärt Horst Klaas. Vorher ist der 70-Jährige mit seiner Familie mit einer Monstertruck-Show durch Europa gereist. „Wir mussten uns erst daran gewöhnen, längere Zeit an einem Ort zu bleiben“, erzählt er. „Mit den Trucks haben wir fast jeden Tag den Standort gewechselt, jetzt sind wir hier zehn Tage am Stück, da muss man aufpassen, dass man sich nicht langweilt.“

Wer sich darüber freuen würde, seien die beiden Enkelkinder, die dadurch die Möglichkeit hätten, ihre Schulkameraden in Flensburg länger kennen zu lernen. „Die beiden haben schon die ersten Freunde gefunden, ihre Klassenkameraden finden es spannend, dass sie auf einem Jahrmarkt wohnen.“ Zumindest eine Zeit lang, denn den Winter verbringt die Familie in ihrer Heimat in der Nähe von Düsseldorf. Jetzt sind Horst Klaas und sein Sohn Daniel aber erst einmal gespannt, wie das Geschäft auf dem Jahrmarkt läuft.

Ab 14 Uhr sollen am heutigen Freitag die ersten Gäste auf den Jahrmarkt strömen. Dann erfüllt der Duft nach gebrannten Mandeln und Zuckerwatte die Luft, in den Fahrgeschäften kreischen die Jugendlichen um die Wette, und die Schausteller rufen lauthals auf zur nächsten Fahrt – der ganz normale Kirmeswahnsinn eben.

 

Der Herbstmarkt öffnet vom heutigen Freitag, 12. September, bis zum Sonntag, 21. September, jeden Tag von 14 bis 23 Uhr. Am Donnerstag ist Familientag mit ermäßigten Preisen.

 

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erstellt am 12.Sep.2014 | 08:00 Uhr

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