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Mittelangeln : Der Frohsinn hält nun schon 60 Jahre

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Heidrun und Wilhelm Clausen feierten Diamantene Hochzeit.

Gemeinhin wird der Brarup-Markt als Angelns großer Heiratsmarkt genannt. Der Beginn vieler Ehen waren allerdings die großen Frohsinn-Tanzvergnügen im Angler Hof in Süderbrarup. 1880 als Geselligkeitsverein gegründet, gehörten Frohsinn-Veranstaltungen für Angelns Jugend, besonders nach dem Krieg, zum Muss. Auch Heidrun Andresen und Wilhelm Clausen, sie aus Hostrup, er aus Stolk, führte der Weg nach Süderbrarup. Heidrun, eine begeisterte Tänzerin, suchte einen Tanzpartner – und Wilhelm hielt Ausschau nach einem hübschen Mädchen. Beim Frohsinn trafen sich ihre Augen, Wilhelm forderte Heidrun zum Tanz auf. „Ein besonders guter Tänzer war Wilhelm nicht“, erinnert sich Heidrun nach über 60 Jahren an ihre erste Begegnung. Der Liebe tat das keinen Abbruch, Heidrun und Wilhelm blieben zusammen und haben gestern ihre Diamantene Hochzeit gefeiert.

Frohsinn war der Anfang des gemeinsamen Lebens mit Höhen und Tiefen. Bereits mit 20 Jahren musste der Bäckergeselle Wilhelm Clausen die elterliche Bäckerei seines Vaters in Stolk übernehmen, da der Vater plötzlich verstorben war. Wilhelm verkörperte damit die vierte Bäcker-Generation in der Familie. Sein Traumberuf allerdings war das nicht, er war eigentlich mehr an technischen Dingen interessiert. Aber es half nichts – irgendjemand musste den Betrieb übernehmen. „Brot ward immer eeten“, hatte sein Vater gesagt – und damit auch für den Sohn den beruflichen Werdegang vorgezeichnet.

Heidrun war auf einem kleinen Bauernhof in Hostrup groß geworden und hatte nach der Schule Hauswirtschaft gelernt. Nachdem sie ihren Wilhelm kennengelernt hatte und beide sich sicher waren, zusammen bleiben zu wollen, wurde für den 29. Oktober 1957 das Aufgebot bestellt. Die Hochzeit fand im Elternhaus von Heidrun statt.

Sechs Jahre später folgte dann der großen Schnitt: Wilhelm Clausen gab seine Bäckerei in Stolk auf und zog mit seiner Frau nach Hostrup, wo sie den Birkenhof zu einem Reiterhof mit über 60 Betten ausbauten. Bis 2009 bewirtschafteten sie den Hof, dann verkaufte das Ehepaar das Anwesen mit allem Drum und Dran, um sich in Satrup niederzulassen.

Die große Leidenschaft des ehemaligen Bäckers war das Fliegen. Mit dem Segelflugzeug lautlos über der Landschaft zu kreisen – das war für ihn das höchste Glück. „Über den Wolken fühle ich mich wohl“, bekennt er. Seine Frau Heidrun dagegen ist eher erdverbunden. Eines ihrer Hobbys ist die Malerei. Zahlreiche Bilder mit Motiven aus der Region zieren die Wohnung. Ein leicht impressionistischer Malstil gibt ihren Bildern das besondere Etwas. Ihre zweite Leidenschaft gehört der Schriftstellerei. Kurzgeschichten, gerne in Plattdeutsch, fließen aus ihrer Feder.

Zwei Kinder und zwei Enkelkinder gratulierten dem Jubelpaar zu ihrem Ehejubiläum. Sie sind nun 60 Jahre verheiratet. Ihr Erfolgsgeheimnis: Jeder hat den anderen so gelassen, wie er ist: „Und wenn es mal Differenzen gab, dann haben wir die ausgesessen wie Frau Merkel“, sagt Wilhelm Clausen und lächelt.

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