Berufsfeuerwehr Munketoft : Der Feuerwehr geht der Platz aus

Auf dem Feuerwehrhof wird’s eng: Um neues Personal und Gerätschaften unterzubringen, wurden jetzt Container aufgestellt.
Auf dem Feuerwehrhof wird’s eng: Um neues Personal und Gerätschaften unterzubringen, wurden jetzt Container aufgestellt.

Die alte Wache am Munketoft platzt aus allen Nähten: Containerdorf im Hinterhof

shz.de von
03. Juli 2018, 02:26 Uhr

Es ist drei Jahre her, dass Flensburgs Politik sich einig war und für den Bau einer neuen Hauptwache stimmte. Seither ist einiges passiert, aber ein Neubau ist noch nicht in Sicht. Immerhin: Der Ausschuss Bürgerservice, Schutz und Ordnung (BSO) wird heute über Sanierung bzw. Ersatz der marodesten Gerätehäuser der marodesten Wehren diskutieren. Doch wann die große neue Wache endlich kommt, das weiß noch keiner.

Immerhin taucht sie in der Strategischen Investitionsplanung der Stadt bis 2030 auf, die Kämmerer Bürgermeister Henning Brüggemann unlängst im Finanzausschuss präsentierte – allerdings mit keinem konkreten Datum und keiner konkreten Zahl verbunden. 1,2 Milliarden Euro will Flensburg bis dahin ausgegeben und sich mit 193,4 Millionen Euro netto neu verschuldet haben. Unter anderem für drei neue Grundschulen, drei neue Kitas, sanierte Sportanlagen, das Hafen-Ostufer – und eine neue Feuerwehrwache.

Carsten Herzog, Chef der Berufsfeuerwehr, hofft, dass seine neue Wache unter den Maßnahmen ist, die schnell angeschoben werden. Für ihn und seine 120 Feuerwehrleute wird es in der alten Wache am Munketoft langsam eng. Mittlerweile hat er im Hof ein komplettes Containerdorf stehen, weil der Platz für neue Leute und neue Büros und Werkstätten nicht mehr reicht. „Unser Hauptproblem ist: wir haben mehr Personal, und nach dem Abriss des Hallenbades weniger Platz“, sagt der Branddirektor. Er musste die Gerätewerkstatt kompensieren, die im Keller des abgebrochenen Hallenbades war, er musste neue Räumlichkeiten in seiner Verwaltung schaffen, weil die immer mehr Personal benötigt. Besonders der Rettungsdienst erfordert immer mehr Ressourcen, so Herzog. „Als ich vor 25 Jahren anfing, waren es 10 000 Einsätze jährlich. Jetzt sind es 30 000.“ Und weil Flensburg sich als wachsende Stadt begreift, wird es wohl so weiter gehen. „Man rechnet mit jährlichen Wachstumsraten von zwei bis fünf Prozent. Das ist nichts Flensburg-Spezifisches. Das ist allgemeine Tendenz.“

Das neue Containerdorf hat sich seit 2017 auf dem Feuerwehrhof ausgebreitet. Damit ist ein Drittel des Platzes belegt. „Unsere Einsatzbereitschaft beeinträchtigt das nicht, aber unser Übungsdienst ist ziemlich eingeschränkt.“

Und die neue Wache? „Sie ist immer noch im Planungsstadium“, sagt der Chef. Immerhin ist das Lärmgutachten fertig, und noch in diesem Jahr soll der Architektenwettbewerb ausgelobt werden. Immerhin schaute die CDU-Ratsfraktion um ihren Chef Arne Rüstemeier neulich vorbei und besuchte das Containerdorf. „Das ist ein unhaltbarer Zustand, unter welchen Bedingungen die Mitarbeiter hier arbeiten müssen,“ stellte CDU-Fachsprecher Karsten Sörensen nach dem Rundgang bei der Berufsfeuerwehr fest. Rüstemeier hat nach der Begehung bereits Bürgermeister Brüggemann um einen Termin gebeten: „Wir möchten von den Kommunalen Immobilien wissen, wie der weitere Projektplan aussieht. Wir sehen nur langsame Fortschritte. Den von der CDU geforderten ersten Spatenstich 2020 halten wir so für gefährdet.“

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