Der erste Schritt zum neuen Stadtteil

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22. April 2010, 06:35 Uhr

Flensburg | Der erste Schritt zu Flensburgs größtem Neubaugebiet des kommenden Jahrzehnts ist getan: 210 Wohneinheiten - Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser - sollen demnach im ersten Bauabschnitt von Tarup-Südost errichtet werden. Der Umwelt- und Planungsausschuss beschloss mehrheitlich die Aufstellung des Bebauungsplans "Groß Tarup westlicher Teil". Die entsprechenden Flächen liegen südlich der Bahnlinie, östlich der Ringstraße sowie rechts und links des Tastruper Wegs.

Im Gegensatz zu den Vorplanungen wird die durchschnittliche Grundstücksgröße verkleinert. Es werden weniger große Grundstücke von rund 1000 und dafür mehr in der besonders stark nachgefragten Größe von 500 bis 750 Quadratmeter angeboten, wie Sigrid Giemsa aus der Abteilung Kommunale Immobilien am Dienstag im Ausschuss erläuterte. Die Flächen des jetzt beschlossenen Bebauungsplans beinhalten nur bereits erworbene Grundstücke, wie Planungschef Frank Rolfes im Ausschuss betonte. Wann die Grundstücke in den Verkauf gehen, steht noch in den Sternen - angestrebt wird 2011.

Die Erweiterung des bebauten Stadtgebiets in Richtung Südosten ist politisch umstritten. Während der Oberbürgermeister sowie die Fraktionen von CDU, SPD und SSW sie für unverzichtbar halten, lehnen WiF, Grüne und Linke sie ab. Das wurde nicht nur bei der Abstimmung - das Ergebnis im Ausschuss lag bei 8 zu 4 - deutlich, sondern auch bei der Diskussion. Im Baugebiet Hochfeld, nur ein paar Steinwürfe entfernt, seien fast alle Grundstücke verkauft, erläuterte Planungschef Frank Rolfes. Die prognostizierte demographische Entwicklung Flensburgs erfordere die Ausweisung neuer Wohnbauflächen. Während die WiF-Fraktion die großräumige Bebauung im Südosten ebenso wie die Tarup-Umgehung (K8) grundsätzlich ablehnt, haben Grüne und Linke vor allem Probleme mit der Größe. Man könne zustimmen, wenn sich die Neubebauung auf die Flächen westlich des Tastruper Wegs beschränke, meinte Uwe Lorenzen (Grüne). Er kritisierte zudem, dass die geplanten Grundstücke bis an die Adelbybek heranreichen, die zum Teil frei gelegt werden und ein neues Bett erhalten soll. Jörg Pepmeyer (WiF) hob auf die "enormen Kosten für die Erschließung" ab. "Es sind zig Millionen, die wir da reinstecken - und dann über Sparen reden!" Eine vernünftige Kosten-Nutzen-Relation sei da nicht zu erkennen.

Im nächsten Schritt des Verfahrens kommt es zur Beteiligung der Öffentlichkeit; der B-Plan wird öffentlich ausgelegt, sobald er als Entwurf beschlossen ist. Dann können Bürger und Institutionen Einwendungen erheben und Kommentare abgeben. Gültig wird er erst mit dem Satzungsbeschluss. Die weitere Erschließung von Tarup-Südost erfolgt später mit den Bebauungsplänen 256 und 257.

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