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Wirtschaft im Raum Flensburg : Der Erfolgs-Lachs von der Geest

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dänischer Fischveredler Vega Salmon in Handewitt will seine Kapazitäten erweitern und sichert sich neue Flächen

Fünf Lastwagen kommen täglich im Handewitter Gewerbegebiet an der Fischfabrik „Vega Salmon“ vorgefahren. Sie liefern im Schnitt 100 Tonnen Fisch – Lachs und auch Forelle. Das Werk bewegt sich damit offenbar an den Kapazitätsgrenzen. „Wir wollen mehr produzieren, deshalb müssen wir erweitern“, erklärt Michael Budtz Berthelsen. Der Geschäftsführer des Handewitter Firmen-Standorts hat jetzt, nach mehreren Monaten andauernden Gesprächen, einen Vertrag unterzeichnet – für den Kauf einer 13 500 Quadratmeter großen Erweiterungsfläche.

Das dänische Unternehmen hat im Sommer 2012 in Handewitt den Betrieb aufgenommen, rühmt sich mit einer der modernsten Produktionsstätten für Fischveredelung weltweit. In diesem Jahr stieg der Umsatz laut Firmenangaben am Handewitter Sitz von 136 auf 150 Millionen Euro an. Nur rund zehn Prozent der Produktion landen auf dem deutschen Markt. „Vega Salmon“ betreibt ein weltweites Geschäft: Der Asien-Export floriert, für Australien ist eine Einfuhr-Genehmigung beantragt, und in die USA wird die Ware drei Mal die Woche geflogen.

Vom Stammsitz in Esbjerg wird nun die Kalträucherei nach Handewitt verlegt. Für diese Baumaßnahme, in die auch Fördergelder des Europäischen Fischereifonds fließen, gibt es noch Platz auf der vorhandenen Betriebsfläche. Für eine weitere Expansion geht es wohl nicht mehr ohne die frisch erworbene Parzelle. Auf dieses westlich anschließende Areal hatte „Vega Salmon“ von Anfang an eine Option gehalten, die nun gezogen wurde.

Die WEG Flensburg-Handewitt muss dafür ab Januar in ihren Gremien ein Bauleitverfahren anschieben. Bis zur Baureife müssen Baugrenzen aktualisiert und ein Knick versetzt werden. Wann die Baumaschinen anrollen sollen, verriet Michael Budtz Berthelsen nicht. „Die Planungen sind noch nicht konkret“, teilte er auf Nachfrage mit. Auch über die Zahl der neuen Arbeitsplätze lässt sich nur spekulieren. Derzeit beschäftigt „Vega Salmon“ auf der Geest rund 300 Menschen.

Warum ist gerade Handewitt für eine dänische Fisch-Firma so interessant? „Die Autobahn ist eine Basis-Infrastruktur“, erklärt Michael Otten, Geschäftsführer der Wireg, die die Ansiedlung von „Vega Salmon“ seit Beginn begleitete. Handewitt liegt in der Nähe des Umschlagplatzes Pattburg sowie zwischen den Flughäfen Billund und Hamburg. Zudem sind in Deutschland Gehälter und Steuern auf einem niedrigeren Niveau als in Dänemark.

Wegen des Weihnachtsfests fuhr „Vega Salmon“ in den letzten Wochen zwei Schichten an allen sieben Wochentagen. „Sieben Tage Fischproduktion – und man merkt es nicht“, sagte Handewitts Bürgermeister Thomas Rasmussen. „Es kommen eigentlich gar keine Beschwerden von Anwohnern. Vega Salmon ist ein vorbildlicher Gewerbebetrieb.“ Er unterschrieb als WEG-Verbandsvorsteher den Kaufvertrag.

Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber wohnte dem offiziellen Akt bei. „Diese Erweiterung reiht sich ein in die große Zahl skandinavischer Unternehmen, die sich während meiner Amtszeit in der Region angesiedelt haben“, freute er sich. „Wir stärken die Strukturen beiderseits der Grenze.“

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erstellt am 22.Dez.2016 | 07:40 Uhr

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