Johannismühle in Flensburg : Der Dornröschenschlaf geht weiter

Die Bergmühle mit nagelneuer Galerie.
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Die Bergmühle mit nagelneuer Galerie.

Während die Bergmühle mit neuer Galerie auf ihre Flügel wartet, sind rund um die Johannismühle keine Aktivitäten erkennbar

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21. August 2018, 06:49 Uhr

Sie könnte ein Wahrzeichen des Sandbergs sein und mit Goethe-Schule, Wasserturm und Marineschule ein Blickfang der Flensburger Ostseite insgesamt. Doch mit der Johannismühle an der Straße Adelbylund, gemeinsam mit der Bergmühle an der Bauer Landstraße die letzte ihrer Art über Flensburgs Fördehängen, geht es nicht voran. Flügel und einen Mühlenkopf hat der Galerieholländer seit der Jahrtausendwende nicht mehr gesehen – wobei der Mühlenkopf seit Jahr und Tag vor dem Müllerhaus auf Steinen aufgebockt steht. Doch auch die Hülle bröckelt mit den Jahren. Die Haut aus Holzschuppen ist auf der kompletten Südseite mit grünen und roten Plastikplanen abgedeckt. Die Tür und die Treppe ins Innere der Johannismühle ist mit Grünspan belegt.

Wer Flensburgs Denkmalschützer Eiko Wenzel auf die Mühle anspricht, erntet keine Begeisterung. Immerhin auf erste Sicherungsmaßnahmen mit den neuen Planen kann Wenzel verweisen, seitdem Helmut Urbschat, Bruder des Inhabers Hans-Werner Urbschat, vergangenen Herbst eine Offensive für die Mühle ankündigte. Auf den zweiten Schritt, die Galerie aufzubauen, warten Flensburgs Denkmalschützer allerdings immer noch: „Die Genehmigung an Herrn Urbschat, die Galerie wieder aufzubauen, ist erteilt“, erklärt Eiko Wenzel. Er deutet an, dass man diesen Schritt im Rathaus für die Nagelprobe hält, wie ernsthaft der Investor bereit ist, sich zu engagieren.

Wobei die Denkmalbehörde nach den Jahren des Hinhaltens nun eher in den Flensburger Norden blickt: „Höhere Priorität hat für uns die Bergmühle“, sagt Wenzel. Sie habe noch ein technisches Innenleben, teilweise original und ergänzt aus dem Bestand der Johannismühle. Und Jürgen Beuse vom Verein zur Erhaltung der Bergmühle hofft nach der Erneuerung der Galerie: „Im Frühjahr werden sich die Flügel wieder drehen.“

Familie Urbschat ließ mehrere Anfragen, über die Johannismühle ins Gespräch zu kommen, unbeantwortet.

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