Neues Studierendenhaus : Der Campus soll weiter wachsen

Vor dem Anbau: (von links) Robert Erbrich und Robert Krugmann vom FH-Asta, Rasmus Andresen (Grüne), FH-Kanzlerin Sabine Christiansen, Uni-Kanzler Frank Kupfer, Paul Jakob Weber vom Asta der Uni, Staatssekretär Rolf Fischer, Jan Hinnerk Thür vom Uni-Asta, Sybille Gertenbach von der GMSH, Dagmar Demski von der Hochschulbibliothek.
Vor dem Anbau: (von links) Robert Erbrich und Robert Krugmann vom FH-Asta, Rasmus Andresen (Grüne), FH-Kanzlerin Sabine Christiansen, Uni-Kanzler Frank Kupfer, Paul Jakob Weber vom Asta der Uni, Staatssekretär Rolf Fischer, Jan Hinnerk Thür vom Uni-Asta, Sybille Gertenbach von der GMSH, Dagmar Demski von der Hochschulbibliothek.

Bei der Eröffnung des Studierendenhauses kündigt die Fachhochschule zwei zusätzliche Gebäudeplanungen an, die Uni eine Erweiterung.

Carlo Jolly. von
28. Mai 2015, 11:00 Uhr

Flensburg | Im November rollten die ersten Bagger an, Mitte März war das gut 600  000 Euro teure Studierendenhaus als holzverkleideter Anbau der Hochschulbibliothek fertig. Seitdem gibt es sechs zusätzliche Studien-, Besprechungs- und Kleingruppenräume mit rund 30 Plätzen für Studenten von Uni und Fachhochschule. Der 200-Quadratmeter-Anbau ist über das Untergeschoss der Zentralen Hochschulbibliothek erreichbar. Die sechs Räume des liebevoll „Study-Box“ getauften kleinen Komplexes tragen die Namen der sechs Stadtteile der Förde-Ostseite – vom Zimmer „Sandberg“ über „Jürgensby“ bis nach „Mürwik“ und „Tarup“.

Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer lobte gestern zur offiziellen Eröffnung nicht nur das gelungene Design mit der waagerechten Naturholzrombusschalung. Vor allem entzückte den SPD-Politiker das gut viermonatige Zeitfenster im Winter, in dem der Campus seine jüngste Erweiterung umsetzen konnte. Angesichts von mittlerweile deutlich mehr als 9000 Studenten auf dem Flensburger Campus will Fischer bei neuen Hochschulbauten künftig noch mehr aufs Tempo drücken: „Alles, was mit Bauen auf dem Campus zu tun hat, muss stärker als bisher flexibilisiert werden“, verlangte der Staatssekretär. Angesichts bereits angelaufener weiterer Baupläne von FH und Uni erklärte er, dass man künftig etwas freier verfügen könne über die Mittel aus dem Hochschulpakt.

Die Study-Box indes finanzierte das Land mit 485  000 Euro aus Zensus-Mitteln – und jede Hochschule gab 64  000 Euro an Baumitteln dazu. Der 200-Quadratmeter-Anbau mit eigenem Sanitärbereich ist vorsichtshalber so geplant, dass er nochmal um sechs weitere Räume verlängerbar ist – dank der Modulbauweise. „Das Gebäude war vor der Bachelor- und Master-Zeit geplant“, erklärte Uni-Kanzler Frank Kupfer: „Die Freizeit und Zwischenzeiten werden ganz anders als früher auf dem Campus zum gemeinsamen Arbeiten genutzt.“ Das bestätigte Dagmar Demski von der Hochschulbibliothek: „Studenten brauchen Räume, in denen sie sich unkompliziert schnell treffen können.“

Dass das kleine Studierendenhaus im Vergleich zu einem herkömmlichen Ein-Familienhaus vergleichsweise teuer geworden ist, erklärte Sybille Gertenbach vom Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) vor allem mit zwei Umständen: Die Technik im Untergeschoss der Bibliothek habe komplett erweitert werden müssen – und die gesamte Feuerwehrzufahrt um einige Meter verlegt.

FH-Kanzlerin Sabine Christiansen freute sich so sehr über die Flexibilisierungszusage aus dem Wissenschaftsministerium, dass sie beide Ausbaumöglichkeiten skizzierte, die die Fachhochschule beim Land beantragt hat. Es geht um das Gelände südlich des Maritimen Zentrums sowie um eine Fläche vor dem Eingangsbereich der FH an der Kanzleistraße/Ecke Munketoft. „Wir brauchen Seminar- und Laborflächen sowie mittlere Hörsäle“, sagte Christiansen. Insgesamt hat die FH-Verwaltung zusätzlichen Bedarf von 6400 Quadratmetern Fläche ausgerechnet. Dank der Mittel aus dem Hochschulpakt ist die für 3000 Studenten ausgelegte FH in den vergangenen Jahren auf mehr als 4000 Studenten gewachsen – ohne entsprechende räumliche Vergrößerung.

Auch die Uni steht, wie berichtet, für eine Erweiterung des Erweiterungsbaus in den Startlöchern. Um mehr als 2000 Quadratmeter soll der Gebäudekomplex wachsen, in dem die Lehrerbildung untergebracht ist.

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