Flensburg : Der Campus fest in Besucherhand

Die faszinierende Welt des Campus erlebten Klein und Groß.  Foto: Staudt
Die faszinierende Welt des Campus erlebten Klein und Groß. Foto: Staudt

Sommerfest von Universität und Fachhochschule lockte 7000 Menschen an / Letzter großer Auftritt für Waltraud Wende

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11. Juni 2012, 08:10 Uhr

flensburg | Einen ersten Höhepunkt erlebte das Campusfest von Uni und Fachhochschule bereits kurz nach Beginn: Die Modeperformance des ersten und sechsten Semesters des Studiengangs Textil und Mode reißt die 400 Zuschauer im Audimax von den Sitzen. Mit Standing Ovations wurde die Show, bei der selbstgenähte Kleider mit Musik und Bewegung in Szene gesetzt wurden, belohnt.

Und wer von den 7000 Besuchern, die gestern später zu Campuswelt gekommen waren, die Aufführung verpasst hatte, dem wurde sie ausführlich geschildert. "Sie war total innovativ, total anders ", sagte Uni-Präsidentin Waltraud Wende. Anders sei eben auch die Uni. "Diese Aufführung hat gezeigt, dass wir nicht so sind wie alle anderen, ein individuelles Profil haben", so Wende. Und was die beiden Flensburger Hochschulen so alles zu bieten haben, verdeutlichten die vielen Aktionen, die Studenten und Dozenten auf die Beine gestellt hatten. Einzig das Wetter spielte nicht mit, obwohl Wende und ihr Amtskollege von der FH, Herbert Zickfeld, ein regenfreies Fest versprochen hatten. Doch offenbar verzichteten viele Familien auf die Radtour oder den Strandbesuch und beschäftigten sich in den Laboren mit Solarthermie und Brennstoffzellen, mit der Animation virtueller Charaktere im Motion-Capture-Studio der FH oder dem Brauen von Bier. Im Maritimen Zentrum wurden aus Leichtmatrosen Kapitäne, die dicke Pötte durch den Nord-Ostsee-Kanal manövrieren. Das Hochspannungslabor musste zwischenzeitlich abgeschaltet werden, zu viele Gäste wollten sehen, wie Blitz und Donner erzeugt werden - da lief der Akku heiß.

Bevor Wende und Zickfeld gemeinsam über das Festgelände schlenderten, wollten sie sich beim ökologischen Brunch in der Mensa stärken. Doch mit dem Andrang hatten sie nicht gerechnet. Gut 30 Minuten mussten sie am Buffet anstehen. Die aus Zutaten aus nachhaltiger Landwirtschaft bereiteten Leckereien lockten viele aus Flensburg und der Umgebung dies- und jenseits der Grenze an. Doch es gab noch genug weitere schmackhafte Köstlichkeiten. In der großen Zeltstadt vor der Hochschulbibliothek konnte man sich durch Kulinarisches aus 40 Ländern essen. Ob Ungarn, Moldawien, Honduras oder Ghana - internationale Studenten präsentierten neben den Speisen ihrer Heimatländer auch Gesang, Tanz und ein multikulturelles Kinderprogramm. Während Herbert Zickfeld auf Waltraud Wende wartete, die sich gerade über die Köstlichkeiten aus dem osteuropäischen Raum hermachte, fing er mit seiner Fotokamera das Geschehen ein. "Ich bin begeistert, dass sich so viele Menschen für den Campus interessieren." Das im Vergleich zum vergangenen Jahr erneuerte Konzept, die Veranstaltung räumlich um Audimax und Mensa zu konzentrieren, sei belohnt worden. "Wir haben noch einen draufgesetzt." Im Gegensatz zu damals verzichtete Wende jedoch auf den Ritt mit einem Pony. Dafür schwang sie sich auf den Fahrradsattel, um sich mit Zickfeld darin zu messen, wer durchs Strampeln mehr Strom erzeugen kann. Der FH-Chef gewann mit 50 zu 30 Watt.

Für Waltraut Wende war es wohl der letzte große Auftritt als Uni-Präsidentin. Am Mittwoch soll sie zur Bildungs- und Wissenschaftsministerin ernannt werden. Wehmütig sei ihr zumute, gibt sie zu Protokoll. Doch als Ministerin werde sie weiter Kontakt zur Hochschule haben. Und zur nächsten Campuswelt, verspricht sie, werde auf jeden Fall kommen. "Versprochen!"

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