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Riskante Verkehrspunkte : Der Bus, mit dem keiner rechnet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

An der Schiffbrücke müssen Busfahrer besonders aufmerksam sein.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Was macht eine Straße zum Risiko- oder Gefahrenschwerpunkt? Das Technische Betriebszentrum (TBZ) der Stadt orientiert sich an den Unfallzahlen der Polizeistatistik. Weitere handfeste Kriterien fehlen. Eine Straße wird wohl erst dann gefährlich, wenn sich binnen kurzer Zeit mehrere Unfälle ereignen oder diese besonders schlimm ausgehen. Dennoch gibt es Punkte im Flensburger Straßenverkehr, von denen erhöhte Gefahren ausgehen. Einige davon stellen wir beispielhaft in einer Serie vor. Heute: der Busfahrstreifen Schiffbrücke, Ecke Willy-Brandt-Platz.

Der Bus der Linie 7 kommt aus der Nordstadt, kurz hinter der Museumswerft muss er ein erstes Mal stark bremsen: Passanten stehen auf der Busspur und warten darauf, dass die Fußgängerampel grün zeigt und sie die Straße überqueren können. Mit dem Bus haben sie nicht gerechnet. Hundert Meter weiter bremst der Bus ein zweites Mal scharf: Ein Auto zieht nach links und biegt in den Parkplatz auf der Wasserseite ein. Auf den Bus achtet der Autofahrer dabei nicht.

Auf Höhe des Parkplatzes sei es am stressigsten, sagt der Busfahrer. „Wenn die Passanten zwischen den Autos rauskommen, muss man schon sehr aufpassen.“ Das Ungewöhnliche der Busspur auf der Schiffbrücke ist, dass sie entgegen der Fahrtrichtung verläuft. Bisher kam es hier noch nicht zu einem Unfall.

Noch einmal kritisch wird es auf Höhe des Willy-Brandt-Platzes. Hier muss der Bus die Straße überqueren, um auf die normale Fahrspur zu kommen. Im vergangenen Jahr kam es an dieser Stelle zu zwei Unfällen zwischen Autos und Passanten. „Die Busfahrer müssen an der Stelle mit erhöhter Aufmerksamkeit fahren“, sagt Bela Bergemann von Aktiv-Bus. Auch er stuft die Strecke als schwierig für die Fahrer ein. Eine Möglichkeit um zu verhindern, dass Fußgänger plötzlich zwischen den parkenden Autos hervorkommen, wären Ketten zwischen den bereits vorhandenen Pollern. Reagiert hat Aktiv-Bus bereits und die beiden neusten Busse mit einer Glocke ausgestattet, um Passanten dezent auf sich aufmerksam zu machen. Ob das reicht, wird sich zeigen. Für Bergemann wären Fahrbahnmarkierungen ebenfalls eine mögliche Lösung des Problems: So könnte auf den Boden der Busspur großflächig „Bus“ mit Richtungsangaben gesprüht werden, um deutlich zu machen, dass der Bus aus beiden Richtungen kommen kann.

 

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