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Der Brückenbauer zwischen Breklum und Sankelmark

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dass eine Stelle neu geschaffen wird, ist nicht ungewöhnlich. Doch seltener passiert es, dass Betriebe oder Einrichtungen kooperieren, damit eine Arbeitsstelle überhaupt entstehen kann. Eine solche füllt seit November Hans Baron aus. Der Pastor pendelt zwischen der Akademie Sankelmark in Oeversee und dem Christian-Jensen-Kolleg in Breklum hin und her. Während der Geistliche in Breklum als Referent für Bildungsarbeit aktiv ist, kümmert er sich in Sankelmark als Studienleiter um das Themenfeld Kirche in der Gesellschaft.

Seine Arbeitgeber, die evangelische Akademie der Nordkirche und die beiden Bildungseinrichtungen in Breklum und Oeversee, führen Baron am 5. März öffentlich in seine Aufgaben ein. Der feierliche Akt beginnt mit einem Gottesdienst um 16 Uhr im Akademiezentrum Sankelmark. Anschließend fahren die Gäste mit Privatfahrzeugen zum Empfang um 18 Uhr im Christian-Jensen-Kolleg. Mit der Feier in beiden Häusern wollen die Akademien ihre Kooperation öffentlich begehen. Wer mitfeiern möchte, der meldet sich bis zum 26. Februar an: Akademie Sankelmark, Bianca Clasen, Tel. 04630-55 111, E-Mail clasen@eash.de.

Anlass der auf fünf Jahre angelegten Zusammenarbeit war der Ruhestand von Pastor Joachim Liß-Walther, der als Theologe der nordelbischen Kirche bis Ende Juni 2012 an der Akademie Sankelmark arbeitete. „Mit einem Ende der Stelle, und danach sah es damals aus, konnte ich mich nicht anfreunden“, sagt Christian Pletzing, Akademie-Leiter in Sankelmark. In vielen Gesprächen mit der Kirche, dem Hauptbereich II der Nordkirche in Hamburg, sei die Möglichkeit der Kooperation entstanden.

Alle Beteiligten überdachten ihre bisherige Haltung, sich gegenseitig eher als Wettbewerber zu sehen, und gingen aufeinander zu. Im Juni 2012 fuhr CJK-Leiter Friedemann Magaard ein erstes Mal zum Gespräch mit Pletzing nach Sankelmark. Ein Gegenbesuch folgte. Die Mitarbeiter der einen Einrichtung gingen im anderen Haus in Klausur und umgekehrt. Am Ende waren alle offen für einander und die Verbindung erhielt ihr Fundament. „Ich finde es hervorragend, dass wir kooperieren und gemeinsam Bildungsarbeit für Erwachsene leisten“, sagt Magaard und weist auf die unterschiedliche Kultur der Einrichtungen hin. „Pastor Baron ist die lebende Brücke zwischen den Häusern“, bezeichnet Magaard die Zusammenarbeit anschaulich.

Die Stützpfeiler der Finanzierung übernehmen alle drei Beteiligten. Die Kirche bringt mit zwei Dritteln Mittel aus einem internen Förderprogramm ein, das Pastoren die Chance auf eine letzte berufliche Erfahrung vor ihrem Ruhestand gibt, wie Jörg Herrmann, Leiter der evangelischen Akademie erklärt. Christian Pletzing betont, dass es nicht die Finanzierung eines Abstellgleises sei: „Wir wollten schon jemanden haben, der offen und interessiert für Neues ist.“ Die Häuser in Breklum und Sankelmark tragen das dritte Drittel der Personalkosten.

Die ersten Veranstaltungen hat Hans Baron vorbereitet. In Sankelmark lädt er zum Seminar „Mit 66 Jahren fängt das Leben an – der Übergang in die dritte Lebensphase“ ein (28. bis 30. März). In Breklum wird der Flensburger einen Werkstattkurs für Ehrenamtliche ausrichten, um ihnen Sicherheit im Lesen von Texten im Gottesdienst zu vermitteln: „Brannte nicht unser Herz – das Feuer der Bibel weitergeben“.


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erstellt am 20.Feb.2014 | 13:00 Uhr

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