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Flensburger Neustadt : Der Baustopp ist beendet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein komplettes Jahr haben Stadt und Investoren auf dem Grundstück zwischen Werft-, Feld- und Gasstraße verloren. Die Zwangsunterbrechung ist nun beendet und es wird wieder gebohrt.

Flensburg | Die Zwangsunterbrechung ist beendet. Ab sofort wird gebohrt. Ein komplettes Jahr haben Stadt und Investoren auf dem Grundstück zwischen Werft-, Feld- und Gasstraße verloren. Der Grund waren „Verunreinigungen“ im Boden, die aus einer früheren Nutzung des Geländes herrührten, erläuterten der städtische Chefplaner Peter Schroeders und Sven Kleinschmidt als Vertreter der Vorhabenträger, die hier in Übereinstimmung mit der städtischen Planung ein Stadtteilzentrum errichten wollen.

Es seien im wesentlichen Schlacken, die aus der Zeit des städtischen Gaswerks stammten, das auf dem Areal bis vor rund 80 Jahren angesiedelt war. Vor rund einem Jahr trat bei Verdichtungsarbeiten im Untergrund plötzlich ein Gas aus; die Arbeiten wurden sofort eingestellt. In der Folge musste der Bauherr in Abstimmung mit der Stadt sowie externen Experten ein neues Verfahren wählen, bei dem keine Schadstoffe austreten würden. Zudem galt es zu verhandeln, auf welche Schultern die Zusatzkosten, die vor allem durch die Bauverzögerung entstanden, zu verteilen waren. Schroeders sprach von einer fairen Lösung, zu der man hier gelangt war.

Seit gestern ist ein mächtiger roter Bohrer im Einsatz, der Rüttelstopfsäulen aus Beton in den Boden einbringt. Zur Sicherheit tragen die Arbeiter Schutzkleidung, das Grundstück darf während der Arbeiten von niemandem sonst betreten werden. Die Schadstoffe bleiben im Boden, so Schroeders; sie sind nur an ganz wenigen Stellen im Untergrund vorhanden, und man stieß nur durch Zufall bei einer der letzten Bohrungen im alten Verfahren auf eine Zelle. Auf die Betonsäulen wird später das Fundament der Einkaufsmärkte errichtet. „Wir sind sehr froh, dass es hier jetzt sichtbar weiter geht“, so Schroeders.

Die Stadt hat ein vitales Interesse an der Realisierung des Zentrums mit Aldi und Edeka, die beide von der Neustadt hierher verlagert werden. Vor allem die frei werdende Edeka-Fläche gegenüber der Walzenmühle ist wichtig: „Hier könnte ein städtebaulicher Punkt entstehen“, sagt Schroeders bewusst etwas vage, da die Ideen hierfür in einem Wettbewerb generiert werden sollen. Auch das Grundstück des Lidl-Marktes in der Neustadt gehört zum Wettbewerbsgebiet. Ziel ist eine Aufwertung der Straße und des Quartiers; das Einkaufszentrum ist insofern ein Schlüsselprojekt, als es das erste in einer Reihe wichtiger Vorhaben ist, das jetzt konkret umgesetzt wird.

Weitere sind die Hafenpromenade vom Nordertorkai bis zur Galwik-Marina, an die Schroeders große Erwartungen knüpft – das Wohnbauprojekt „Skole Haven“ an der Ecke Duburger Straße / Gartenstraße, und die großräumige Umgestaltung im Bereich Schwarzenbachtal auf dem Gelände der 2017 frei werden Bundeswehr-Fläche (früher STOV).

Auch Sven Kleinschmidt, Chef des an der Neustadt ansässigen Traditionsunternehmens C.C. Christiansen, möchte den Stadtteil voranbringen: „Das Viertel wartet darauf, dass es hier voran geht.“ Einige der überwiegend jüngeren Mitarbeiter der C.C.C.-Tochter IT-Kontor suchen und finden günstigen Wohnraum im Umfeld; so werde der früher nicht sehr beliebte Stadtteil immer interessanter für jüngere Bürger und Familien. In Erwartung des Aufschwungs hätten mittlerweile auch renommierte Immobilienfirmen hier gezielt Häuser erworben.

Schroeders hofft, dass letztlich auch das innovative Wohnprojekt E28 auf dem früheren Motorola-Gelände an der Eckenerstraße, das nicht recht aus den Startlöchern kommt, von den jetzt endlich beginnenden Entwicklungen an der Neustadt profitiert.

Kunden von Edeka und Aldi müssen sich noch rund ein Jahr gedulden; so lange müssen sie die in die Jahre gekommenen Läden an der Neustadt aufsuchen. Kleinschmidt geht davon aus, dass die Fertigstellung des Stadtteilzentrums bis deutlich vor Ende 2016 zu schaffen ist.

 

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erstellt am 10.Sep.2015 | 08:00 Uhr

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