Aktiv-Bus : Der alternative Antrieb

Präsentiert stolz das neue Gefährt auf dem Betriebsgelände am Friedenshügel: Firmenchef Sven Gorzelniaski.
Präsentiert stolz das neue Gefährt auf dem Betriebsgelände am Friedenshügel: Firmenchef Sven Gorzelniaski.

Das Busunternehmen Gorzelniaski setzt auf die Hybrid-Technik. Ein neuer Bus kostet etwa 600 000 Euro.

Gunnar Dommasch von
14. Juli 2015, 16:00 Uhr

Flensburg | Die Firma Aktiv-Bus machte den Vorreiter in Flensburg – mit zwei innovativen Exemplaren. Nun kommt bei der Firma Gorzelniaski der erste Hybridbus zum Einsatz. Ab heute bedient die Linie 1550 die Strecke Flensburg – Eggebek – Tarp – Oeversee.

Gestern wurde der Prototyp präsentiert. Es handelt sich um einen Mercedes Hybridbus vom Typ O 530 G DH. Ein 160-Kilowatt-Dieselmotor speist per Generator einen Zwischenkreis mit Lithium-Akkus, der wiederum den eigentlichen, aus vier Elektromotoren bestehenden Antrieb versorgt. „Hybridbusse sind die Zukunft“, ist Firmenchef Sven Gorzelniaski überzeugt. „Das wird den Markt revolutionieren.“

Eine bislang kostspielige Zukunft. Denn in das Fahrzeug steckt das Unternehmen stolze 600  000 Euro, ein Drittel mehr als in einen herkömmlichen Bus. Insofern ist auch eine Menge Idealismus im Spiel. „Rein wirtschaftlich gesehen“, so Gorzelniaski, „rechnet sich das nicht. Aber wir müssen weiterblicken. Wir stehen in der Pflicht, unseren Kindern eine Welt zu hinterlassen, die lebenswert ist.“

In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass der Hybridbus 20 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht, also entsprechend weniger CO2-Ausstoß verursacht. Doch auch, wenn das Fahrzeug weniger reparaturanfällig ist, wird sich die Investition erst in etwa zehn Jahren amortisiert haben.

Sechs bis acht Kilometer schafft der Bus bei voll aufgeladenen Batterien allein mit der Elektrik. „So könnten wir locker aus der Stadt herauskommen“, sagt Gorzelniaski. Danach laden die Akkumulatoren auf. Dabei wirken die E-Motoren als Generatoren „Und in Tarp etwa könnte die Elektrik wieder die Regie übernehmen.“

Auch unterhalb einer Geschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde schaltet der Dieselmotor ab, so dass im Haltestellenbereich und im Stop-and-Go-Verkehr abgasfrei gefahren werden kann. Beim Bremsen und bei Gefällefahrten und laden die Akkumulatoren auf. Der Dieselmotor ist nur etwa halb so groß dimensioniert wie bei vergleichbaren Fahrzeugen mit herkömmlicher Kraftübertragung.

Aktiv-Bus-Chef Hemkentokrax lobte: „Wir nehmen dankbar zur Kenntnis, dass Gorzelniaski den Weg mitgeht.“ Es zeige, dass das Unternehmen „eines der innovativsten und mutigsten im Lande“ sei.

Bei erfolgreichen Testergebnissen kann sich Gorzelniaski vorstellen, in weitere Hybridfahrzeuge zu investieren und somit die erste Überlandlinie mit alternativen Antriebstechniken zu werden. „Wir müssen die ersten Schritte machen“, sagte Sven Gorzelniaski. Seine rhetorische Frage: „Wie könnten wir etwas von Privatleuten verlangen, was wir selbst nicht tun?“


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