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Krankenhäuser : Deprimierende Diagnose für Diako und Franziskus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Krankenhäuser mit Defiziten: Die „Diako“ schneidet in einem aktuellen Ranking, der „Weissen Liste“ von AOK und Barmer, nicht besonders gut ab. Insgesamt 824 Patienten wurden in Flensburg befragt.

Flensburg | Die Diagnose ist besorgniserregend – die Prognose aber stimmt optimistisch, zumindest auf lange Sicht. Das gilt für das Diakonisssen-Krankenhaus, das in einem aktuellen Ranking – der „Weissen Liste“ von AOK und Barmer – nur den 16. von 21 Plätzen belegt. Befragt wurden Patienten in ganz Schleswig-Holstein zwischen Oktober 2013 und Juni 2014 direkt im Anschluss an ihren Klinik-Aufenthalt. Demnach würden lediglich 78 Prozent die Einrichtung weiterempfehlen; diese Zahl liegt knapp unter dem Landesdurchschnitt.

„Natürlich ärgert es uns, dass wir hinten stehen“, macht Diako-Vorstand Karl-Heinz Vorwig keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Allerdings habe es nur einen Rücklauf der Befragungsbögen von 1,3 Prozent gegeben – die Klinik behandelt jährlich im Schnitt 50  000 Patienten pro Jahr stationär und stellt die größte Notaufnahme im Land. Durch dieses Nadelör werden mehr Patienten geschleust als etwa in Berlin-Mitte. Genau hier liegt die Crux: Die Unfallchirurgie ist durch begrenzte Raumkapazitäten gehandicapt, zumal sie 500 Hubschrauberanlandungen mit schwer Verletzten jährlich zu schultern hat. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, stellt Krankenhausdirektor Christian Peters unumwunden fest. Die hohen Zahlen würde eine enorme Wechselfrequenz auf den Stationen mit sich bringen. Zudem müsse man mit der ältesten Bausubstanz aller Krankenhäuser in Schleswig-Holstein leben. Es sind lange und verwinkelte Wege zu bewältigen. „Wir haben genug Pflegekräfte und Ärzte, brauchen aber dringend den für 2020 avisierten Neubau“, sagt Peters. An das Land sei nunmehr ein Antrag gestellt worden, dieses Vorhaben um zwei Jahre vorzuziehen.

Schlimmer noch ist es der Befragung zufolge um das St.  Franziskus-Hospital bestellt. Es belegt den viertletzten Platz. Dennoch versucht Helmut Andresen, Kaufmännischer Direktor des Malteser Krankenhauses, darin etwas Erbauliches zu entdecken. „Dass 74 von 100 befragten Patienten uns weiterempfehlen würden, empfinden wir zunächst als positiv.“ Man wolle sich dahinter aber nicht verstecken. Er verweist auf ein professionelles Lob- und Beschwerdemanagement, aus dem man „Problemfelder“, etwa in den Wartezeiten im Aufnahmebereich, ableiten könne. „Wir sind ein Haus“, so Andresen, „das schwerkranke Notfallpatienten versorgt und sich bei steigenden Patientenzahlen mit immer kürzeren Verweildauern auseinander setzen muss. Die Patienten erleben diesen zunehmenden Arbeitsdruck.“

Nicht zuletzt wurde die bauliche Infrastruktur des Hauses, die aus den 90er Jahren stammt, beklagt. Dazu gehören Drei- oder Vier-Bett-Zimmer sowie außenliegende Nasszellen – „ein häufiger nachvollziehbarer Kritikpunkt unserer Patienten“. Bauliche Maßnahmen zur Anpassung der Zimmer an den heutigen Standard seien mit entsprechenden Förderanträgen beim Ministerium gestellt worden, um hier Abhilfe zu schaffen.





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erstellt am 04.Feb.2015 | 14:30 Uhr

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