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Vollbremsung in Flensburg : Depot auf dem Schlachthof: Rolle rückwärts von Aktivbus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gesellschafterversammlung macht klar: Überplanung des Skaterparks hat keinen Rückhalt in der Kommunalpolitik

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 15:39 Uhr

Aktivbus muss zurückrudern. Eine vollständige Überplanung des maßgeblich von den Sportpiraten mitgenutzten Schlachthofgeländes für ein neues Busdepot hat keine politische Mehrheit in der Stadt. Das teilte am Dienstag CDU-Ratsherr Arne Rüstemeier nach der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke mit, der Muttergesellschaft des kommunalen Busunternehmens. Das Thema war auf die Tagesordnung gerückt, nachdem Aktivbus-Geschäftsführer Paul Hemkentokrax Begehrlichkeiten für das gesamte Gelände zwischen Apenraderstraße und Werftstraße hatte durchblicken lassen. Die Sportpiraten fürchteten um den Bestand ihres öffentlich kräftig geförderten und vielfach ausgezeichneten Stadtteil und Jugendprojektes.

„Ich habe nach der Veröffentlichung umgehend Kontakt mit Herrn Hemkentokrax gesucht, der mir versicherte, eine Überplanung zu Lasten des Schlachthofes sei keine Option“, so Rüstemeier gestern Abend. Um Klarheit für alle Seiten zu schaffen hatte der CDU-Politiker den Geschäftsführer für eine Stellungnahme in die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke eingeladen. Dort habe er Hemkentokrax deutlich gemacht, dass der Schlachthof  durch das dort eingebrachte ehrenamtliche und soziale Engagement einen eigenen Wert habe, der durch Grundstücksdiskussionen leicht zunichte gemacht werden könne. „Der Schlachthof ist auch in seiner künftigen Größe mehr als eine Fläche in einem Gewerbegebiet. Er ist zu einem Aushängeschild für gelungene Jugendarbeit geworden – europaweit.“ 

Der CDU-Pressemitteilung zufolge habe Hemkentokrax in der Gesellschafterversammlung Abstand von der maximalen Forderung nach einer Überplanung des Gesamtgeländes genommen. Gegenüber dem sh:z wollte er am Dienstagabend keine Stellungnahme abgeben – Hemkentokrax  verwies auf die Aufsichtsratssitzung der Aktivbus am 15. Februar. Danach könne man sicher mehr sagen.

Wie berichtet, hatte die Stadtwerke-Tochter anfangs die gesamte etwa 18.000 Quadratmeter große Liegenschaft für den Bau eines modernen Betriebshofs ins Auge gefasst. Dem allerdings stand der Skaterpark der Sportpiraten im Weg, für den 2015 der Rat eine Erweiterung auf dem Gelände beschlossen hatte. Der Zielkonflikt hatte auch Oberbürgermeisterin Simone Lange auf den Plan gerufen. Sie hatte Hemkentokrax gebeten, nach Alternativen zu suchen. Diesen Auftrag hatte der Geschäftsführer dann auch vor der Gesellschafterversammlung bekräftigt.

Die Nöte des ÖPNV-Unternehmens lindert das freilich nicht. Räumliche Nähe zu den Stadtwerken und eine zentrale Anbindung an Flensburgs Verkehrsnetz blieben für Aktivbus zentrale Anforderungen an den Standort eines neuen Depots. Die Ausbaupläne sollen in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat geführt werden.

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