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Flensburger Tageblatt

18. Dezember 2017 | 06:54 Uhr

Mittelangeln : Denkmal mit Blick auf die Region

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Silleberg in Mittelangeln ist seit seiner Einweihung 1952 verfallen – Verein für Dorfgeschichte hat ihn wieder auf Vordermann gebracht.

Mittelangeln | Unscheinbar, in einem breiten Knick angelegt, liegt auf beiden Seiten des Sillebergs ein Denkmal mit Symbolkraft. Von Altrehberg kommend in Richtung Köhnholz erreicht man die Anhöhe Silleberg. Obwohl nur 50 Meter über dem Meeresspiegel, gewährt sie dem Betrachter einen weiten Blick ins Angelner Land. Früher soll dort ein Thingplatz gelegen haben und die Jugend des Ortes soll sich lange zum Sedanfest am Holzfeuer getroffen haben.

Besondere Bedeutung bekam das Kleindenkmal nach dem Krieg. Viele Heimatvertriebene lebten auf den Höfen rund um Satrup und hofften, bald wieder in ihre Heimat zurückkehren zu dürfen. Landwirt Peter Goos bewegte das Schicksal der bei ihm untergebrachten Flüchtlinge und gemeinsam mit seinen Nachbarn Jürgen und Peter Nielsen reifte die Idee, auf dem Silleberg einen Aussichtspunkt und eine Gedenkstätte für die Heimatvertriebenen zu errichten. Mit Hilfe weiterer Nachbarn und Heimatvertriebenen begann Peter Goos 1949, große Feldsteine auf den Silleberg zu transportieren. Auch Findlinge und Steine von Pinnes Grab (einer Anlage aus der Jungsteinzeit) im Rehberger Forst fanden eine neue Verwendung. Der Steinhauer Henning Henningsen bearbeitete die Steine und meißelte das Wort „Heimat“ und die Jahreszahl „1950“ auf die nördliche Brüstung ein. Links davon ist eine Eichentafel angebracht mit der Inschrift „300 Heimat-Vertrieben aus dem Osten – Gemeinde Rehberg“, darunter steht „Gedenket im Blick nach Osten der Millionen, die fielen und die da grausam vernichtet wurden.“

Zwei Jahre später entstand auf der Südseite des Knicks die zweite Anlage. Auf der Nordseite sind die Kirchtürme von Satrup, Sörup, Sterup, Husby, Hürup, Quern und Esgrus sowie der Scheersbergturm zu sehen. Auf der Südseite fällt der Schleswiger Dom ins Auge. Die Einweihung fand 1952 statt.

Mit der Zeit wuchs die steinerne Treppe zum Aussichtspunkt immer mehr zu. Lediglich Ortskundige kamen immer wieder vorbei, um den einmaligen Blick über die Landschaft zu genießen. Johannes Petersen, Vorstandsmitglied im Verein für Dorfgeschichte, gehört zu den Bürgern, die ihre Radtour unterbrechen und über die Region schauen. Der Verfall des Kleindenkmals war für ihn Anlass, die Vorsitzende des Verein für Dorfgeschichte, Tanja Jansen, auf den Zustand aufmerksam zu machen. „Wir haben uns sofort zuständig gefühlt“, berichtet Jansen bei einer Ortsbesichtigung. Inzwischen haben einige Vereinsmitglieder die Holzauflage der Bank und die Schrifttafeln erneuert und das Buschwerk und Unkraut entfernt, so dass die beiden Aussichtspunkte wieder zum Verweilen einladen.

Jansen kündigte an, dass im Rahmen eines Mittelangler Rundwanderweges auch der Silleberg mit einbezogen wird und eine Hinweistafel bekommt.

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