Kommunalwahl in Flensburg : Den Hafen im Herzen

Passionierte Politikerin: Susanne Schäfer-Quäck ist von Anbeginn mit Spaß in der Politik und hat ein Herz für den Hafen.
Passionierte Politikerin: Susanne Schäfer-Quäck ist von Anbeginn mit Spaß in der Politik und hat ein Herz für den Hafen.

Susanne Schäfer-Quäck und der SSW wollen sich für die insgesamt 3000 Arbeitsplätze rund um die Innenförde starkmachen

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07. April 2018, 06:06 Uhr

Sechs Parteien und zwei Wählergruppen treten an, wenn am 6. Mai der Flensburger Rat neu gewählt wird. In einer Serie stellt das Tageblatt alle achtvor. Diese Folge: der Flensburger SSW.

Und warum hier? „Sehen Sie sich doch mal um“, schlägt Susanne Schäfer-Quäck vor und präsentiert mit einer Bewegung das Hafen-Panorama vom Bohlwerk aus. Bens Hütte, wo oft lange Schlangen auf ein frisches Fischbrötchen warten, ist der Wunsch-Treffpunkt fürs Interview der SSW-Fraktionschefin in Flensburg. Der Hafen mit all seinen Gesichtern ist ihr wichtig und ihre Affinität früh angelegt, fast in die Wiege. „Ich bin Flensburgerin, ich will hier auch nicht weg“, sagt die 58-Jährige, Sternbild Wassermann, und lacht.

Fürs Gespräch beim Kaffee geht’s ins Werftcafé, fürs Foto zieht es sie unbedingt raus aufs Bohlwerk. Gegenüber habe sie früher ihre Ausbildung bei einem Schiffsmakler absolviert, der jetzt am Ostufer sitzt, sagt Schäfer-Quäck. Im nächsten Jahr feiert sie 40 Jahre Tätigkeit im Kraftfahrt-Bundesamt.

Sie wollte sich betätigen, einbringen, erklärt sie ihren Weg in die Politik, der für die Flensburgerin 1991 als bürgerschaftliches Mitglied begann. „Dann ging alles ganz schnell“, erinnert sie sich, wurde 1994 in den Rat gewählt.

„Unser großes Thema ist der Hafen – was noch da ist“, sagt die SSW-Fraktionsvorsitzende und spricht vom Tourismus im selben Atemzug. Denn Gäste der Stadt wollten nicht nur Segler, sondern auch mal einen Kran sehen, glaubt Schäfer-Quäck, die gern von Mürwik aus rund um den Hafen spaziert. „Wir sehen auch die 3000 Arbeitsplätze in Gefahr“, sagt sie und bedauert, dass das Ende des Wirtschaftshafens „leider“ beschlossene Sache sei.

Außerdem beschäftige sie die Seniorenpolitik insbesondere im Hinblick auf den Ärztemangel und die Altersarmut. Es sei erschreckend zu sehen, was manchen am Ende bleibe nach einem Arbeitsleben. Man müsse lokale Angebote für Senioren machen. Als Ort dafür schweben Schäfer-Quäck Stadtteilzentren vor wie das SBV-Café. Auch vom Ziel des SSW, die medizinische Versorgung in allen Stadtteilen zu garantieren, würden Senioren profitieren. Schäfer-Quäck, die zwölf Jahre lang dem Sozial- und Gesundheitsausschuss vorsaß, berichtet von einer Besichtigung des neuen Krankenhauses in Apenrade. Sie war positiv überrascht, nennt das Klinikum ein Vorbild.

Seine Forderung nach kostenloser Schüler- und Azubi-Beförderung untermauert der SSW mit seinem Antrag im nächsten Planungsausschuss, im Pilotversuch zwei Wochen lang den kostenlosen Stadtbus zu testen. Schäfer-Quäck sei trotzdem froh, dass ihre Kinder groß sind und nicht auf aufgemalten Radspuren wie in der Fördestraße radeln müssen. „Das reicht nicht“, findet sie und ergänzt, beim Radwegeausbau fehle Flensburg „eine Menge“. Sichere Schulwege will der SSW unter anderem mit Tempo 30 an allen Schulen erreichen. Schließlich fordert Schäfer-Quäck die Anhebung des Anteils am Haushalt für die freie Kulturszene von 3 auf 4 Prozent, „damit sie eine gesicherte Grundlage haben“. Die dänischen Kultureinrichtungen natürlich auch, ergänzt die SSW-Chefin.


> Das Flensburger Tageblatt lädt in Kooperation mit der Stadt Flensburg die acht Spitzenkandidaten am Mittwoch, 25. April, um 18.30 Uhr zum öffentlichen Kreuzverhör in die Bürgerhalle des Rathauses.

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