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Thilo Weichert : Datenschützer klärt Geltinger Bürger auf

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Landesdatenschutzbeauftragter Thilo Weichert informiert auf Einladung der SPD über Google, Facebook und Co.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 07:16 Uhr

Gelting | Werden wir - virtuell gesehen - klammheimlich zu gläsernen Menschen gemacht ? Die Gefahr bestehe, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird, sagt Landesdatenschutzbeauftragter Thilo Weichert. Die SPD Gelting hatte den Leiter des "Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz" zu einer Gesprächsrunde mit Bürgern eingeladen. Vorsitzende Bente Reimer zeigte sich stolz darüber, dass der Vielbeschäftigte Zeit für einen Abstecher in den Kneippkurort gefunden hatte.

Der aus Marbach am Neckar stammende Weichert sagte, er habe Ostangeln auf diese Weise für sich "neu entdeckt" - einschließlich eines Spaziergangs am Strand. Sein Elternhaus in Marbach liege nur 200 Meter vom Geburtshaus des Dramatikers Friedrich von Schiller entfernt, merkte der 57-Jährige an. Er räumte ein, dass der Schutz von Daten eine Herkulesaufgabe darstelle. "Aber mit viel Mühe haben wir auch schon gute Erfolge erzielt." Erfreulich sei "die regionale Resonanz", denn auch privaten Beschwerdeführern habe die Kieler Behörde helfen können, wenn Datenmissbrauch nachzuweisen war.

Mit dem Internet sei es wie mit einem Messer: Man kann es friedlich am Mittagstisch benutzen, aber auch damit stechen und andere verletzen. Wer sich auf das glatte Parkett der großen Netzwerke à la Google und Facebook begebe, könne leicht ausrutschen. Persönliche Daten würden abgefragt und dauerhaft gespeichert. "Wir hinterlassen immer mehr digitale Spuren", so Weichert. Der ungezügelte Handel mit Adressen sei ein lohnendes Geschäft für die Giganten. Schlimmer noch: Jeder ahnungslose User könne manipuliert werden - bis hin zum Betrug. Weichert stellte klar: "In Deutschland besteht ein Recht auf Datenschutz." Anbieter, die sich rechtswidrig verhalten, müssten mit deftigem Bußgeld rechnen.

Im Geltinger Gespräch ging es um viele Aspekte des Datenschutzes. Weichert bestätigte die Auffassung einiger Teilnehmer, dass eine gründliche Aufklärung über die Gefährdungen aus dem Internet erforderlich sei. Auch in den Schulen müsse die Problematik stärker als bisher thematisiert werden. Ein Gesprächsteilnehmer meinte: "Der mündige Bürger ist doch selbstverantwortlich für sein Handeln."

Junge Menschen seien - wie deutlich wurde - besonders gefährdet, weil viele die analoge, also reale Welt, gegen die virtuelle eintauschten: Sie treffen sich nach der Schule nicht mehr auf dem Sport- und Spielplatz, sondern mit ihren "Freunden" in sozialen Netzwerken.

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