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Steinbergkirche : „Dat grote P“ für den Scheersberg

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Förderverein des Plattdeutschzentrums in Leck würdigt die Arbeit der Bildungsstätte zum Erhalt der Sprache.

Steinbergkirche | Vorher waren es sieben Mal stets Personen oder Gruppen gewesen, die die Auszeichnung „Dat grote P“ erhalten hatten. Beim achten Mal wurde nun erstmals eine Institution bedacht: der Jugendhof Scheersberg. Vor vielen Gästen im Festsaal der Bildungsstätte begründete Truels Hansen, Vorsitzender des Fördervereins des Plattdeutschzentrums in Leck, der diesen Preis vergibt, diese Wahl mit der „verdienstvollen künstlerischen und praktischen Arbeit für das Plattdeutsche“.

Weiter ausgeführt wurde seine Aussage durch Gesa Retzlaff, die Leiterin der Theatergruppe „De jungen Lüüd ut Löwenstedt“. Eingeleitet durch einen Sketch, den sie zusammen mit Dörte Schilling vortrug, wies sie in ihrer Laudatio darauf hin, dass der Scheersberg und seine Mitarbeiter seit vielen Jahren das Forum für eine umfassende, nachhaltige und auf Qualität bedachte Theaterwerkstatt geschaffen hätten. „Minschen mit desülvige Splien, mit desülvige ,Hartbloot-Gruppe’ kunnen sik uttuschen, sik wieter infizeren un inspireren laten.“ Dank Visionen, Energie und Ausdauer für die Sprache und das plattdeutsche Theater habe sich der Jugendhof das große P verdient. „De Scheersbarg is nich blots en Steed – de Scheersberg is en Geföhl!“

Die Minderheitenbeauftragte der Landesregierung Renate Schnack überreichte den Preis, eine Glasplatte mit eingeätztem großem P, und ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro an Jugendhof-Leiter Karsten Biermann. Sie bezeichnete die plattdeutsche Sprache als Teil der regionalen Kultur. Sie müsse wie alle Minderheitensprachen gefördert werden. Insofern sei es sehr zu begrüßen, dass an 39 Schulen mehr als 2000 Kinder in dieser Sprache unterrichtet würden.

Auch Plattdüütsch-Zentrum-Leiter Ingwer Oldsen freute sich „över de plattdüütschen Scholen“ und lobte die Politik dafür, dass alle Bemühungen auf diesem Sektor parteiübergreifend unterstützt würden. In seinen kurzen Dankesworten wies Biermann darauf hin, „dass der Scheersberg das ist, was die Leute daraus machen“. In der Vergangenheit habe sich besonders Heinz-Otto Scharfenort um die Organisation der Theaterwerkstätten verdient gemacht, „auch wenn er dabei manchmal das große P im Gesicht gehabt hat“.

Umrahmt wurde die fast ausschließlich in Plattdeutsch gehaltene Feierstunde durch drei von viel Gelächter begleitete und mit langem Beifall bedachte Sketche, die von Mitgliedern der Löwenstedter Theatergruppe vorgeführt wurden.

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