Start Anfang Juli : Das WM-Team vom Fördegymnasium

Schüler besuchen in drei Wochen ihre Partnerschule nahe São Paulo – pünktlich zu den Viertelfinalspielen der Fußball-WM.

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11. Juni 2014, 18:31 Uhr

Ein Finale wie 2002 – das wäre genau nach dem Geschmack der Elftklässler des Fördegymnasiums: Damals standen sich Deutschland und Brasilien im Endspiel der Fußball-WM in Japan gegenüber. Die Südamerikaner gewannen zwar mit 2:0. Doch den Sieg würden die Flensburger auch heute ihren brasilianischen Freunden gönnen. Spätestens in drei Wochen sind sie Brasilianer auf Zeit. Dann beginnt der Schulaustausch. Am 2. Juli reisen 31 Schüler des Fördegymnasiums und der Kurt-Tucholsky-Schule ins Land der Fußball-WM 2014. Sie besuchen ihre Freunde der Partnerschule in einem Vorort von São Paulo, dem Colégio Visconde de Porto Seguro in Valinhos.

Seit zehn Jahren besteht diese Partnerschaft. Marita Plexnies-Koeppen, die am Fördegymnasium unterrichtet, koordiniert den Austausch. 2002 war sie privat in Brasilien, als das Land die WM gewann und erinnert sich an eine Stimmung „fast wie beim Karneval in Rio – alle sozialen Probleme waren vergessen“. Eine solche Atmosphäre wünscht sie ihren Schülern, die fünfeinhalb Wochen lang in den brasilianischen Alltag eintauchen werden. „Wir sind Nachbarn von Cristiano Ronaldo“, weiß Plexnies-Koeppen über das WM-Quartier der Portugiesen in Campinas und fügt scherzhaft hinzu: „Mir wär’s lieber, wenn sie schon zu Hause wären, denn dann wären die Deutschen sicher eine Runde weiter.“


„Brasilianer feiern anders“


Wie fußballbegeistert ihre südamerikanischen Altersgenossen sind, davon konnten sich die Norddeutschen beim Besuch der Brasilianer in Flensburg zu Jahresbeginn überzeugen. „Die Jungs haben sich immer zum Fußball verabredet“, berichtet Kristina Longère. Wenngleich die Sportart nicht „ihr Ding“ sei, so begeistert sie doch die offene Mentalität der Brasilianer. „Die feiern anders als die Deutschen.“ Vom WM-Gastgeber profitiert auch der Schulaustausch, der so viel Aufmerksamkeit bekommt wie selten zuvor, beobachtet die 16-Jährige, darunter auch im Radio.

Die 15 Jahre alte Laura Nagel beeindruckt das „Feeling während so einer WM, weil da so ein Zusammenhalt ist“. Allerdings seien die Austauschschüler ein bisschen in Sorge, ob alles glatt läuft, weiß Dorothée Sartorius. Die 15-Jährige hält wie ihre Mitschüler Kontakt zu ihren Gastfamilien. „Meine Brasilianerin war gerade beim Testspiel“, erzählt Sartorius und, dass die Brasilianer sogar schulfrei bekommen, wenn ihr Land spielt.

Clara Haufschild, 16, freut sich über die Chance, einen solchen Austausch mitzuerleben. Sie würde gern jedes Spiel sehen und lässt sich überraschen, ob es klappt. Manche Familien hätten sich schon vergeblich um Tickets für Spiele bemüht. Zwei Mal „public viewing“ seien geplant, und zwar mit Deutschland- und Brasilien-Beteiligung, kündigt Marita Plexnies-Koeppen an und hofft, dass die Deutschen auf jeden Fall die Vorrunde schaffen. Privat bei einer Familie würde eine Leinwand aufgebaut, ein Grillfest drumherum gebaut, und viele Leute kommen, skizziert die Lehrerin.

Doch Fußball soll nicht das einzige Thema des Austauschs bleiben. Die ersten zehn Tage verbringen die Schüler mit ihren Gastfamilien; später folgen Schulbesuche, Natur-Ausflüge wie zu den Iguaçu-Wasserfällen im Drei-Länder-Eck mit Argentinien und Paraguay, ein großes Sportfest der Schule mit brasilianischem Barbecue, die Übergabe einer Spende an eine Favela – und eine Tour nach Rio de Janeiro. „Rio muss man gesehen haben“, lässt Marita Plexnies-Koeppen keinen Zweifel an unvergessliche fünfeinhalb Wochen für die Flensburger Schüler.

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