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Nach 12 Jahren Pause : Das Wallsbüll Open Air lebt

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Revival des Kultfestivals nach zwölf Jahren am 9. Mai / Neue Veranstalter verpflichten Top-Acts wie Rod von den Ärzten und Illegal 2001

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erstellt am 04.Mai.2013 | 06:47 Uhr

Wallsbüll | Handewitt, Wallsbüll, Meyn - Jan Plagemann vereint diese drei Nachbarorte auf ganz besondere Weise, gibt der Region ein Stück Gemeinschaftsgefühl zurück: Der 42-Jährige lebt in Handewitt, und mit seiner Lebensgefährtin Katja Matt (36) erweckt er nach zwölf Jahren das Wallsbüll Open Air zu neuem Leben. Dies wiederum findet auf Meyner Territorium statt. Der Termin rückt immer näher: Schon am kommenden Himmelfahrts-Donnerstag soll es über die Bühne gehen.

Jahrelang schwirrte in den Köpfen der beiden die Idee herum, das Festival, das 1980 gegründet wurde und 2001 zum letzten Mal stattfand, wiederauferstehen zu lassen. Dass dies letztlich in Meyn sein wird, bricht nicht mal mit der Tradition. Denn das Wallsbüll Open Air, zu dem in Hochzeiten bis zu 25 000 Besucher strömten und hochkarätigen Bands wie Status Quo, Guano Apes, Achim Reichel oder Nena zujubelten, fand lange auch in Osterby statt. "In Wallsbüll haben wir nichts Passendes gefunden. Jetzt haben wir eine tolle Fläche in Meynfeld West", sagt Plagemann. Der Besitzer der Koppel sei von der Wiederauferstehung gleich begeistert gewesen - wie etliche andere Menschen. "Es ist unglaublich, wie viel Unterstützung wir erfahren, wie begeistert alle sind. Es ist einfach ein Kultfestival, das zur Region gehört - das viel zu lange nicht da war."

Plagemann ist selbstständiger Fliesenleger, mit starkem Bezug zur Musik und zu Musik-Events. Seine Lebensgefährtin ist Bauzeichnerin. Beide leben mit zwei Kindern, seinem Vater und zwei weißen Schäferhunden zusammen. Katja Matt erwartet im September wieder ein Kind. Wie nur kamen die beiden dazu, für ein Revival des Open Airs zu sorgen? Sie sind wahre Festival-Fans, jedes Jahr auch beim Wacken Open Air. "Das ist für uns wie eine Woche Urlaub", schwärmt Plagemann. Letztes Jahr, auf dem Rückweg von jenem gigantischen Metal-Festival, sagten sie sich: Wir holen das Wallsbüll Open Air zurück. Plagemann: "Ich habe selbst kaum eins verpasst." Zwei Tage nach der Rückkehr aus Wacken habe er Illegal 2001 kontaktiert - und eine Zusage erhalten.

Für das Festival gründeten beide die Firma "North Energy", inzwischen sind neun weitere populäre Bands gebucht, namhafte Sponsoren stehen hinter dem Festival, das Delta Radio präsentiert und moderiert. Headliner ist Rod von den "Ärzten", der als Más Shake mit Band am Start sein wird. Außerdem treten die bekannte Rockband Killerpilze auf, es gibt Metal von Hämatom, Punk-Rock von Mon treal, Indie-Rock von Kapelle Petra und auch B.S.U.R., Zanity und die Coverbands 5 kleine Jägermeister und Los! (Rammstein) sind dabei. "Rod ist ein Superstar, Illegal 2001 ein Kracher. Alle Bands sorgen für die perfekte Mischung."

Mit den früheren Veranstaltern hat Plagemann nichts zu tun, den Namen "Wallsbüll Open Air" hat er sich gesichert. Nun will er mit seiner Partnerin das Festival, das neben dem Jübek Open Air einst als wichtigstes im hohen Norden galt, wieder aufziehen, und nicht nur einmal. "Wir planen wirklich über Jahre. Es soll wieder eine feste Größe in Schleswig-Holstein werden." Er betont aber: "Wir fangen langsam an, alles soll auf gesunden Füßen stehen." Deshalb finde das Open Air erstmal nur an einem Tag, nicht an zwei Tagen statt.

Der Aufbau - die Bühne ist acht Meter hoch, hat eine Front von 24 Metern - hat gestern begonnen, 1200 Karten sind weg, was das Paar sehr zufrieden stimmt, denn beide haben nicht wenig Geld investiert. Anfangs hätten sie sich gesagt: 1000 Besucher wären nicht schlecht, "jetzt sind es schon 200 mehr, das freut uns natürlich", so Plagemann. "Wir sind mit Leib und Seele dabei, sonst geht das gar nicht, denn das ist eine Menge harte Arbeit."

Am Festivaltag werden mindestens 100 Helfer vor Ort sein, und auch 25 junge Asylbewerber aus Kiel mit einem Infostand. "Es war uns eine Herzensangelegenheit, ihnen eine Plattform zu bieten. Man muss diese Menschen unterstützen", so Plagemann. Er ist gespannt, was am Vatertag abgehen wird. "Das Wallsbüll Open Air gab es schon vor dem W:O:A, es gab Zeiten, da war es sogar größer. Es war hier in der Gegend das Nonplusultra - da wollen wir wieder hin." Karten (29 Euro) im Vorverkauf und an der Abendkasse: Sämtliche Infos zu Line-up, Anfahrt, Festival-Trailer usw. auf www.wallsbuell-openair.de sowie www.facebook.com/WallsbullOpenAir2013.

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