Tarp : Das Treenetal soll schöner werden

Umweltausschussvorsitzender Jürgen Cordes zeigt die Stelle, an der ein Bachlauf wieder zur Treene geöffnet werden soll.
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Umweltausschussvorsitzender Jürgen Cordes zeigt die Stelle, an der ein Bachlauf wieder zur Treene geöffnet werden soll.

Tarp wertet das Ökokonto auf: die Niederung wird von Buschwerk befreit und eine Weide für Robustrinder angelegt.

Wenn im Treenetal in den nächsten Wochen Bagger anrücken, Motorsägen Lärm machen und Baumaßnahmen stattfinden, dient das weitgreifenden Naturschutzmaßnahmen. „Wir setzen in den nächsten Wochen und Monaten die Beschlüsse der Gemeindevertretung um“, erklärt Jürgen Cordes, Umweltausschussvorsitzender der Gemeinde Tarp. Hierzu gehört die Befreiung der Treene-Niederung von Wildwuchs, die Förderung der Artenvielfalt, die Schaffung eines Futterplatzes für Weißstörche. Außerdem soll die Attraktivität der Flusslandschaft für Tarper Bürger und für die zahlreichen Gäste gesteigert werden. Dazu wird, wenn das Wetter mitspielt bereits im Februar, hinter dem Feuerwehrgerätehaus in Keelbek der Wanderweg verlängert werden. In östliche Richtung wird ein Naturpfad mit Zäunen, Klapptoren und Grabenquerungen zur Streuobstwiese und den dort weidenden Schafen angelegt. All dies dient dazu, das bestehende „Ökokonto“ der Gemeinde weiter auszubauen. Alle Maßnahmen zusammen bedeuten werden etwa 60 000 zusätzliche Ökopunkte bringen. Da in Tarp durch neue Wohngebiete zahlreiche Flächen versiegelt wurden können die Ökopunkte als Ausgleich für diese Eingriffe in die Natur eingesetzt werden.

Als weitere Maßnahme wird im Treenetal eine etwa sieben Hektar große Weide eingezäunt. Dort sollen vier bis sechs Rinder ganzjährig dafür sorgen, dass in diesem Areal das Gras und die Büsche kurz gehalten werden. Dies soll Störchen zugute kommen, die dann Frösche und Mäuse besser jagen kann. „Hier wird zusätzlich die Artenvielfalt bei Pflanzen, Insekten und Vögeln erhöht“, so Jürgen Cordes. Auch Spaziergänger profitieren davon, da sie die Natur dann ungehindert beobachten und wie früher weit ins Treenetal schauen können.

Damit die Rinder die verschiedenen Flächen auch erreichen können, muss in dem feuchten Gelände Stelle für die Tiere passierbar gemacht werden. Dazu wird bei der Fischerbrücke ein zugewachsener Graben geöffnet, sodass das Wasser in die Treene abfließen kann. Um den Rindern das Überqueren des Wanderweges von Tornschau über die Fischerbrücke zum Schwimmbad zu ermöglichen, werden dort Klapptore und Viehroste (auch Cattlegrid genannt) gebaut. Fußgänger, Jogger und Fahrradfahrer können die Stelle ungehindert passieren, Fahrzeuge brauchen in Zukunft einen Schlüssel für die Tore.

Ein besonderer Weg in Tarp ist der „Liebesweg“ – eng, kurvig, leicht hügelig und uneinsehbar. Mittlerweile ist er so zugewachsen, dass er kaum noch genutzt werden kann. Auch der Blick ins Urstromtal der Treene ist versperrt durch wild gewachsene Bäume, die teilweise umgefallen sind. Sobald es das Wetter zulässt wird dort zurückgeschnitten. Danach können die beiden White-Park-Bullen Sinto und Lester (wir berichteten) ihre Arbeit wieder aufnehmen und dann die Pflanzen in dem Bereich kurz halten. Alle Beschlüsse für diese Maßnahmen wurden einstimmig von den Tarper Gemeindevertretern gefasst.


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