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Mike Kazmaier aus Flensburg : „Das Supertalent war meine Eintrittskarte“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die RTL-Castingshow „Das Supertalent“ war für Mike Kazmaier ein Schnellstart ins Musikgeschäft. Jetzt geht der Flensburger seinen Weg weiter – ohne Bohlen.

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erstellt am 09.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Flensburg | „Ich kann das Lied mittlerweile nicht mehr hören“, sagt Mike Kazmaier und lacht. Kaum dass seine erste Single eine Woche veröffentlicht ist, hat sich der 25-jährige Flensburger schon satt gehört. In den letzten Wochen und Monaten hat er viel Zeit mit seinem Song „Alles gut“ verbracht, hat daran gefeilt, ihn eingesungen, das Musikvideo gedreht - und ist mit dem Ergebnis nicht nur zufrieden sondern schier begeistert. „Am liebsten würde ich gleich das nächste Lied rausbringen."

Dass Kazmaier nun einen sogenannten Tonträgerübernahmevertrag bei einem Musikverlag hat, bei einem Produzenten unter Vertrag steht und an seinem Album arbeitet, macht ihn immernoch ein wenig sprachlos. Vor einem guten halben Jahr brachte er den Stein ins Rollen, indem er bei einer Castingshow teilnahm. „Das Supertalent war meine Eintrittskarte“, weiß der Sänger heute. Im Oktober war er auf RTL im Viertelfinale der Sendung zu sehen. „Direkt nach dem Auftritt ist meine Facebookseite explodiert.“ Als er sich tagelang durch hunderte Nachrichten arbeitete, war auch eine von der Produktionsfirma von Nils Brandt aus dem niedersächsischen Northeim dabei. Anfangs sei er skeptisch gewesen: „Ich hatte vorher schon sechs bis sieben Angebote, aber da waren viele Halsabschneider dabei.“ Trotzdem ging er auf die Anfrage ein, nahm sich Zeit, die Produktionsfirma kennenzulernen, und unterschrieb dort einen Jahresvertrag.

Wichtig war dem Sänger, mit diesem Projekt kein finanzielles Risiko einzugehen. Manche Produktionsfirmen verlangten von Kazmaier eine Beteiligung von mehr als 60 Prozent. „Jetzt musste ich keinen Cent dazuzahlen“, betont der Sänger, gibt aber auch zu, noch keinen Cent verdient zu haben. Mit Downloads oder CD-Verkäufen sei kein Geld zu machen, ist seine Einschätzung. Deshalb hofft er darauf, zukünftig mit Veranstaltungen punkten zu können. Sein Traum ist es, sich in einigen Jahren mit der eigenen Musik über Wasser halten zu können. "Es geht mir nicht darum reich und berühmt zu werden. Alles über dem Hartz IV-Satz reicht mir. Das müssen keine Unsummen sein, Hauptsache ich komme durch."

Zunächst macht Kazmaier aber sein Abitur nach und besucht die 12. Klasse der Flensburger Hannah-Arendt-Schule. Ob es danach zum Studium geht oder auf die Bühne lässt er sich zum jetzigen Zeitpunkt offen - Musiktherapie anzubieten ist nur eine von mehreren beruflichen Optionen, die er sich vorstellen könnte. Aber unabhängig davon, ob beruflich oder privat: Musik ist und bleibt seine große Leidenschaft. „Ich habe den ganzen Tag Musik im Kopf“, sagt er schwärmerisch und erzählt davon, wie neue Melodien und Texte aus ihm herausfließen. Die meisten seiner 34 selbstverfassten Lieder seien innerhalb von 20 Minuten entstanden. Rund zwei Stunden am Tag spielt der Flensburger Gitarre - bei gutem Wetter auch oft an der frischen Luft: „Ich setze mich gern draußen ans Wasser und spiele dort. Die Leute an der Hafenspitze sind sehr offen dafür. Nur meine Nachbarn sind vielleicht schon etwas genervt.“

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