Red Bull Student Boat Battle Flensburg : Das Spektakel der kenternden Kanus

Standhafte Damen, kenternde Herren: Bei diesem Duell  überzeugten  die Männer vor allem mit ihren Haltungsnoten für den freien Fall.
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Standhafte Damen, kenternde Herren: Bei diesem Duell überzeugten die Männer vor allem mit ihren Haltungsnoten für den freien Fall.

Der Student Boat Battle feiert an der Hafenspitze mit mutigen Paddelboot-Trios eine vielversprechende Flensburg-Premiere.

shz.de von
03. Juni 2014, 07:42 Uhr

Klar war nur, außer dem Sieger würden alle nass: Die Uni- und Fachhochschul-Studenten gingen beim 1. Student Boat Battle an der Hafenspitze gleich bootsweise baden. Gnädig war allein das Wetter: Der Rückschwappeffekt des Westwinds hatte die Hafenspitze bis auf knietiefes Wasser geleert, so dass der eine oder andere mutige Studierende eher im Hafenschlick als in der frischen Förde zum Stehen kam.

Eigentlich waren sie in Dreier-Teams zum Lanzenkampf in Paddelbooten angetreten. Doch die geliehenen Boote machten dem ein oder anderen Trio einen Strich durch die Rechnung. „Die sind ziemlich kippelig“, sagte Nele Kelch vom „Harten Kern“. Mit Dajana Goldt und Christina Elsing gehörte sie zum harten Kern, der auch sonst vieles gemeinsam macht. Die drei Studentinnen des Internationalen Managements erinnern in ihren schwarz-bunten Kostümen ein wenig an hawaiianische Sommerfreuden.

Während dessen waren Never Quit (NQ) und Los Marineros zu ihren Ausgangspositionen gepaddelt. Doch das Team NQ konnte gar nicht so richtig loskämpfen. Verloren Los Marineros doch als erste das Gleichgewicht und gingen fröhlich baden. Derartige Übungen gehören bei den Studien am Maritimen Zentrum demnach nicht zum Studieninhalt. Die Fischerhemden entstiegen als erste triefend den Fördefluten. Der erste Gegner von Captain Peng & seiner Gang lief gar nicht erst auf und so kam das Team in den Genuss eines Freiloses, wie auch das Trio Flensburger Deerns von der Fachhochschule.

Die Namen waren alle mehr oder weniger kämpferisch oder witzig gehalten: 6 Fäuste für ein kühles Nass traten in erster Runde gegen King Doronto an, Conchita Wurst & Crew kämpften gegen die RuderLuder, Harvart University gegen Heros of Jane und Die Unsinkbaren nahmen sich die Flensburger Samurai zur Brust. Insgesamt hatte Organisator Ansgar Waldmann fünf Durchläufe angesetzt. Als Waffen waren alte, kleine Medizinbälle mit schwarzem Klebeband auf langen Holzstangen befestigt worden. Entscheidend war die Technik, mit der der Gegner überwunden werden konnte – und im Einzelfall führte auch das Ziel unter der Gürtellinie zum Erfolg. Verloren hatte, wer zuerst aus dem Bootssitz kam – angelehnt an historische Kämpfe auf Pferderücken.

Die Moderation hatte spontan Johannes Tauscher, ein Student aus Hamburg, übernommen, da der eigentlich gesetzte Sprecher und Stimmungsmacher bei der Anreise aufgehalten worden war, wie Will sagte. Der Hamburger führte souverän durch die Zeit.

Am Ende hatten die Uni-Teams eindeutig die Kämpfernasen vorne. Captain Peng & seine Gang siegten vor Heros of Jane und Never Quit. Alle Trios starteten für die Universität Flensburg. Die Ehre der FH retteten die Flensburger Deerns – mit großem Pech in der Wiederholung gegen Janes Tarzan-Jünger am Finaleinzug gescheitert, waren sie so etwas wie die Sieger der Herzen.

Das mit Abstand coolste Team war allerdings das von Captain Peng. Korrekt maritim gekleidet, perfekte Show mit blau-grüner Rauch- und Leuchtmunition, verteilten die drei smarten Jungs sogar noch Luftballon-Wasserbomben am vollbesetzten Hafenspitzenbohlwerk. Den Preis für das beste Spektakel hatten die drei blauweißen Herrn ohnehin schon sicher – am Ende holten sie auch noch Platz eins und verabschiedeten sich mit Salto ins kühle Hafenbecken.

Auslöser, den Student Boat Battle mit Red-Bull-Unterstützung nach Flensburg zu holen, war nach Aussage Ansgar Waldmanns der triste Winter. „Wir sehnten uns alle wieder nach dem Sommer und den Treffen an der Hafenspitze.“ Das Ereignis, das zwischen Hafenspitze und Campus durchaus das Zeug zum Kult-Wettkampf hat, war das erste einer Reihe von Events, die in Deutschland bis zum 2. August folgen werden. Am 28. Juni ist die Kieler Uni dran.

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