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Jugendherberge Flensburg : Das Sommerhaus am Stadion

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Familienfreundlich und günstig – diese Qualitäten locken ein breites Publikum in die Flensburger Jugendherberge. Auch der Bundesliga-Nachwuchs vom VfL Wolfsburg gastiert zurzeit an der Förde.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2015 | 11:00 Uhr

Flensburg | Reges Treiben herrscht im Speisesaal der Jugendherberge bereits morgens um 8.30 Uhr. Geschirr klappert, Kinder laufen ungeduldig herum, während die Eltern noch ihren Kaffee austrinken. Ob Radfahrergruppen, Familien oder Durchreisende – alle Gäste stärken sich beim Frühstück für den bevorstehenden Tag. Die Jugendherberge Flensburg ist ein beliebtes Reiseziel für Touristen jeden Alters.

Birgit Rahf (53) und ihr Mann Holger (61) leiten zusammen die Flensburger Jugendherberge am Volkspark. Von Wald umgeben und ruhig gelegen – eine Idylle, wie viele finden. Schon durch die großen Scheiben des Foyers lädt die Natur zum Spielen und Erkunden ein. „In den Schulferien haben wir hier viele Urlauber, ansonsten machen Schulklassen und Sportmannschaften die Massen aus“, erzählt das Ehepaar, das vor 23 Jahren in den hohen Norden kam. Gestern Abend bezog hier die U-16-Mannschaft des VfL Wolfsburg Quartier für ein Trainingslager.

„Wir sind für zehn Tage hier“, sagt Nadine Haas, die mit Mann, Kindern und Eltern gekommen ist. Für die Familie stimmt das Gesamtpaket: „Mit den Kleinen ist es kindergerecht und wir fühlen uns hier auch aufgehoben“, berichtet Großmutter Ursula. Sie machen zum dritten Mal in einer Jugendherberge Urlaub. Ihnen gefalle, dass der Umgang hier lockerer sei als im Hotel. Auch der Preis stimmt für sie, „da kann man dann auch ein mal mehr im Jahr in den Urlaub fahren“.

In Flensburg reizt sie besonders das Klima. „Im Süden ist es uns zu heiß.“ Gerade die Kinder könnten nicht so viel Hitze vertragen. Sie freuen sich nun darauf, den Strand zu besuchen und durch die Stadt zu bummeln.

Die Jugendherberge wurde 1960 errichtet und im Laufe der letzten Jahre für zwei Millionen Euro saniert. Sie hat 39 Zimmer mit insgesamt 188 Betten.

„Hier ist es sehr sauber und gut organisiert“, findet Elena Cambiaghi, die aus Mailand kommt. Mit einem Freund reist sie zwei Wochen durch Deutschland und verbringt dabei zwei Tage in der Jugendherberge. „Außerdem ist es ein guter Platz, um neue Freunde zu finden.“

Insgesamt kümmern sich 14 Mitarbeiter um das Wohl der Gäste, schon ab 6.30 Uhr herrscht in der Küche Betrieb, damit die Gäste ab 7.30 Uhr das vielseitige Frühstücksbuffet genießen können. Auch abends sorgt eine Köchin dafür, dass der Hunger ausreichend gestillt ist. Sie geht dabei auch auf besondere Bedürfnisse ein: Auch Allergiker oder Vegetarier kommen auf ihre Kosten. „Die Ansprüche an die Küche steigen. Manchmal müssen wir sieben bis acht verschiedene Variationen zubereiten“, insbesondere für eine einzelne Köchin sei dies eine große Herausforderung, weiß die Herbergsmutter.

Viele Gäste sind hier auf der Durchreise von und nach Skandinavien. So zum Beispiel ein Paar aus Hildesheim, das aus dem Urlaub in Norwegen zurückkommt. „Wenn wir unterwegs sind, übernachten wir eigentlich immer in Jugendherbergen“, sagen die beiden. „Die durchschnittliche Verweildauer beträgt nur 1,2 Tage“, erzählt Holger Rahf. Der Bundesdurchschnitt in Jugendherbergen liegt bei über drei Tagen.

Über die Verpflegung und das Übernachten hinaus hat Holger Rahf unterschiedliche Freizeitprogramme entwickelt. Bei dem Programm „Arbeiten wie im Bootsbau“ zu Beispiel können dreimal im Jahr handwerklich interessierte Eltern mit ihren Kindern die traditionellen Methoden des Bootsbaus bei der Museumswerft kennen lernen. Auch für Schulklassen gibt es einige Angebote.

Zurzeit reisen wegen der Sommerferien keine Schulklassen an. Dafür kommen nun viele Sportgruppen zum Trainingslager hierher, denn das Stadion ist gleich nebenan – dieser Aspekt lockte sogar den Bundesliga-Nachwuchs aus Wolfsburg an die Förde.

 

 

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