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Flensburger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 00:16 Uhr

Multimedia : Das Rum-Museum erfindet sich neu

vom

Flensburg und Rum - das gehört zusammen wie Venedig und Grachten. Im Jubiläumsjahr 2014 soll das Rum-Museum neu eröffnen - mit Multimediaschwerpunkt und namhafter Unterstützung.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 12:27 Uhr

Flensburg | Bis in die 60er-Jahre lagerten im Keller des Schifffahrtsmuseums, dem früheren Zollpackhaus, Rumfässer zur Prüfung durch die Zollbeamten. Im Mai 1993 öffnete hier Deutschlands erstes Rum-Museum. Im Zuge der Neueröffnung des Schifffahrtsmuseums musste der alte Rumkeller schließen - vorübergehend.
Im Sommer 2014 soll es nun als multimediales Rum-Museum neu eröffnen, berichtete am Donnerstag Museumsleiter Thomas Overdick: "Wir hatten immer vor, den Rumkeller neu auszurichten", erklärte er. Man wollen dem Themenkreis Rum, Zucker und koloniale Geschichte einen breiteren Blick geben.
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"Mit einem einzigen Kaufmannsschiff fing alles an"


Als Unterstützer und Garanten für einen authentischen Blick auf die Flensburger Rum-Geschichte hatte Overdick am Donnerstag vier Flensburger Unternehmer zu Gast: Andreas und Hermann Dethleffsen von der HGDF-Familienholding (Herm. G. Dethleffsen) sowie Hayo und Hans August Dethleffsen vom Holz- und Baustoffhandel HBK Dethleffsen. Das Ungewöhnliche: Beide Familienunternehmen werden in achter Generation geführt - und blicken dieses Jahr gemeinsam auf 275 Jahre Flensburger Kaufmannsgeschichte zurück. "Aus diesem Anlass unterstützen wir die Neueinrichtung des Rum-Museums als Teil des Schifffahrtsmuseums von Herzen gern und freuen uns auf die Ergebnisse des Museums und des Filmteams", erklärte Andreas Dethleffsen und ergänzte: "Wir sind ja von unseren Wurzeln her Kaufleute und Kapitäne. Mit einem einzigen Kaufmannsschiff fing alles an."
Die Familienunternehmen sponsern die Erneuerung des Museums mit seinen wissenschaftlichen Vorarbeiten mit 50.000 Euro - und unterstützen darüber hinaus die multimediale Präsentation des künftigen Museums durch die Flensburger Filmproduktion Forward. Im Kern soll das neue Rum-Museum nämlich ein multimediales Erlebnis werden, berichteten Overdick und Sönke Lassen von Forward: "Das Ziel ist, die Besucher ins Zentrum zu stellen und rundherum mit Bildern und Sound einen hohen Erlebniswert zu schaffen", verriet Sönke Lassen.

Neuer Themenrundgang durchs Museum


Im Museum und den Archiven lagern aber auch zahlreiche Gemälde und andere Exponate, die das Milieu eines Rumkellers langfristig wohl kaum vertragen. Geplant ist nun, eine Auswahl zu einem neuen Themenrundgang durchs Museum zu verknüpfen - den Dethleffsen-Pfad. Dazu zählt ein Gesang- und Gebetbuch von Hans Dethleffsen von 1703, das die Geschichte eines Piratenüberfalls erzählt, sowie das Modell der "Urania" von 1719. Das damalige Flaggschiff der dänischen Krone sei eine Spende aus Dankbarkeit für einen überstandenen Sturm gewesen, erzählte der Museumsleiter.
Auch OB Simon Faber zeigte sich angetan von den Planungen, die bereits über ein halbes Jahr laufen und von dem Engagement: "Klar, dass Flensburg ohne ein gutes aktuelles Rum-Museum nicht existieren kann."
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