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Schleswig-Flensburg : Das Rennen um die Posten beginnt

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Viele neue Gesichter im neuen Kreistag. Wer wird Kreispräsident?

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erstellt am 28.Mai.2013 | 07:24 Uhr

Schleswig-Flensburg | Nicht nur die Verschiebungen in der Wählergunst, sondern auch die Neuschneidung der Wahlkreise für die Kreiswahl hat das Gefüge des Kreistags gegenüber der aktuellen Legislaturperiode durcheinander gerüttelt. Statt 27 wurde am Wochenende nur in 23 Wahlkreisen gewählt, im Ergebnis hätte dies zu einem Kreistag mit 45 Sitzen führen können. Doch weil die CDU erwartungsgemäß viele Wahlkreise direkt gewonnen hat, kommen insgesamt sieben Überhangmandate hinzu, so dass der Kreistag nur von 57 auf 52 Abgeordnete schrumpft.

Drei der zusätzlichen Abgeordnetensessel im Bürgersaal werden von Christdemokraten besetzt, auf wen dies zutrifft, ist aufgrund der vielen gewonnenen Direktmandate nicht herauszufiltern. Entsprechend ihres prozentualen Ergebnisses hätten der CDU nur 18 Sitze zugestanden. Bei den übrigen Parteien, die von Überhangmandaten profitieren, ist die personelle Zuordnung allerdings möglich: Bei der SPD rücken Inke Asmussen und Andreas Pauls auf diesem Wege in den Kreistag ein, bei den Grünen Dr. Jochen Wendiggensen. 16 Frauen und 36 Männer werden im neuen Kreistag sitzen, damit steigt der Anteil der Frauen leicht, vor fünf Jahren waren 17 der 57 Mandate an Politikerinnen gegangen.

Die Zahl der politischen Neulinge im Kreistag ist erheblich. Bei der CDU sind es neun Newcomer, bei der SPD vier. Den größten Umbruch haben die Wahlgewinner gewagt. Bei den Grünen ist mit Manfred Wilner-Höfer nur ein aktuelles Kreistagsmitglied auch im neuen Kreistag vertreten. Fünf Mandatsträger werden sich in die Kreispolitik einarbeiten müssen. Das gilt auch für Anke Schulz beim SSW und Wilhelm Krumbügel bei der FDP sowie für die Mandatsträger der neu im Kreistag vertretenen Wählergemeinschaft FWS. Für das Bündnis für Bürger (BfB) wird Ralf Bratz im Kreistag sitzen, zuletzt unabhängiger Kandidat, der während der zu Ende gehenden Legislaturperiode die Linken verlassen hatte.

An der Spitze der bereits im Kreistag vertretenen Fraktionen wird sich mit Ausnahme der Grünen wenig ändern. Bei der CDU wird weiterhin Ulrich Brüggemeier den Ton angeben, SPD-Urgestein Ingo Degner bei den Sozialdemokraten. Beide können auf eine Reihe bewährter Kräfte vertrauen, die bereit in den vergangenen Jahren an vorderster Linie die Kreispolitik mitbestimmt haben, so zum Beispiel die Ausschussvorsitzenden Thomas Dethlefsen und Timo Kux (CDU) sowie Jens Maßlo (SPD). Ebenfalls erfahren, aber neu im Kreistag sind der CDU-Kreisgeschäftsführer Rainer Haulsen und der Vorsitzende der Kreis-SPD, Ralf Wrobel. Den SSW im Kreistag wird wohl weiterhin Gudrun Lemke führen, die Liberalen Carsten-Peter Brodersen.

Die Liste der altgedienten Politiker, die den Kreistag verlassen, wird von Kreispräsident Eckhard Schröder (CDU) angeführt. Das Vorschlagrecht für die Nominierung eines Nachfolgers liegt bei der stärksten Fraktion, also erneut bei der CDU. Diese wird über die Personalie heute entscheiden und dann einen Vorschlag unterbreiten. Einiges spricht dafür, dass sich Ulrich Brüggemeier um den Posten bewerben wird, dann wäre der Fraktionsvorsitz neu zu besetzen. Überdies werden die anderen Fraktionen, vor allem die SPD, ihre Stimmen nicht verschenken. Bei der Besetzung der Ausschussvorsitze und des Postens des Landrat-Stellvertreters werden die Sozialdemokraten auf ein Entgegenkommen der CDU pochen.

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