Busverkehr in Flensburg : Das Rätsel der Linie 13

Haltestelle an der Schultze-Delitzsch-Straße: Dieser Bus auf der Linie 13, hier vor der Einmündung in die Kanzleistraße, ist eigentlich ein Bus der Linie 1603.
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Haltestelle an der Schultze-Delitzsch-Straße: Dieser Bus auf der Linie 13, hier vor der Einmündung in die Kanzleistraße, ist eigentlich ein Bus der Linie 1603.

Ein angeblich aktueller Fahrplan von 2012 und wechselnde Bezeichnungen - die Linie 13 sorgt für Verwirrung.

shz.de von
13. Januar 2015, 12:00 Uhr

Flensburg | Mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember hat es eine Reihe von Verbesserungen im Flensburger Busnetz gegeben. Vor allem der Bahnhof ist jetzt frühmorgens und spätabends besser angebunden. Unter den 15 Flensburger Buslinien gibt es aber nach wie vor eine, die nicht so recht ins Bild des gut sortierten Liniennetzes passen will. Die 13 bleibt rästselhaft.

Davon kann Renate Birkholz ein Lied singen. Ein Klagelied. Seit Jahren pendelt sie mit der 13 zwischen ihrem Haus in Adelby und der Innenstadt – und hat viel erlebt mit dieser Linie. Ihre jüngste Entdeckung: Auf dem Haltestellenschild an den Süderhofenden steht ganz korrekt eine 13. Fast alle Flensburger Linien halten hier, und für jede findet sich ein ordentlicher, aktueller Fahrplan. Nicht so bei der Linie 13. Da fällt der Blick auf ein zerknittertes, verrutschtes Blatt, auf dem man zunächst keine Liniennummer entdeckt, dafür aber das Gültigkeitsdatum: 10.8.2012. Soll sich der Passagier darauf verlassen?

Nach der Übernahme der Gesamtverantwortung für das (fast) komplette Liniennetz durch Aktiv-Bus bleibt die Linie 13 die Exotin. Das beginnt schon mit der Bezeichnung, die in ihrer Vielfalt den Regeln deutscher Systematik gründlich widerspricht. Im Portfolio der Flensburger Stadtbuslinien ist sie die Linie 13. Sie wird aber – meistens jedenfalls – aus historisch-traditionellen Gründen von der Autokraft gefahren. Die hat aber für ihre Linien vierstellige Zahlen. In einer Übersicht aller Autokraft-Linien findet sich eine Linie 2013 Flensburg-Tarup. Ruft man sie im Internet auf, komplettiert sich die Verwirrung. Da steht über dem Fahrplan links und rechts oben in der Ecke eine fette 13. In der Tabelle gibt es eine Rubrik Linie. Und plötzlich fährt auf der Strecke Flensburg-Tarup eine Linie 1604, dann eine 1603 und tatsächlich auch eine Linie 2013, jedoch nie eine 13.

Die Erklärung ist dann wieder recht einfach, macht es aber für Nutzer der Linie nicht einfacher: 1603 und 1604 sind Überlandlinien, fahren nach Husby oder Hürup, halten aber in Flensburg an jeder Haltestelle und werden so zu Stadtbussen. Nur die 2013 ist eine Linie, die zwischen Flensburg und Tarup verkehrt.

Und warum ist das so? Die Geschichte der Linie 13 ist kompliziert und rätselhaft. Es gibt eine Konzession für den Abschnitt vom Zob bis hinauf zum Sandberg. Sie liegt in Händen der Afag, noch bis 2017. Es gibt auch tatsächlich Busse der Linie 13, die hier fahren. Wer vom Zob nach Tarup will, fährt hingegen mit einem Bus der Autokraft, mit der man eine Kooperationsvereinbarung hat.

„Das ist eine Baustelle für uns, definitiv“, sagt Paul Hemkentokrax, Aktiv-Bus-Chef und damit so etwas wie ein Gesamtverantwortlicher für das Busnetz. Vor Ablauf der Konzession werde man sich dieser Baustelle aber nicht widmen könne, weil es zu viele andere gebe. Um den abgelaufenen, zerknitterten Fahrplan der Autokraft wollte er sich aber umgehend kümmern.

Eine gelegentliche Nutzerin der 13 aus dem AWO-Servicehaus an der Schulze-Delitzsch-Straße äußert sich zufrieden mit dem Service – nur sonntags wäre es schön, wenn die Busse öfters fahren würden, sagt sie. „Allerdings ist auch oft sehr wenig los im Bus, sodass sich mehr Fahrten wahrscheinlich nicht lohnen würden“, mutmaßt sie. „Es ist schön, dass es diese Buslinie gibt, denn früher wurde diese Gegend von keinem Bus angefahren“, erinnert sie sich. Es komme allerdings gelegentlich vor, dass die Linie 13 früher als vorgesehen kommt, was für Personen, die in letzter Sekunde zur Bushaltestelle kommen, eine böse Überraschung bedeutet. Ein Problem mit der Bezeichnung der Buslinie hatte sie bisher noch nicht, sie könne sich allerdings vorstellen, dass neu Zugezogene am Anfang verwirrt sein könnten.

Renate Birkholz hingegen wünscht sich ein besseres Timing der 13. Wenn sie etwa nach Glücksburg wolle, müsse sie fast eine Stunde am Zob warten, weil der 13er Bus nur wenige Minuten zu spät ist, um den Bus nach Glücksburg ohne lange Wartezeit zu erreichen.

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