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Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 01:40 Uhr

Photovoltaik : Das Navi für die Sonnenenergie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburg präsentiert ein ausgeklügeltes Solarkataster, das bei der Suche nach geeigneten Flächen für Photovoltaik-Module in der Stadt hilft.

shz.de von
erstellt am 24.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Endlich ist es fertig! Flensburg bekommt ein Solarkataster, und nach Meinung der Grünen ist es eines der besten in Deutschland.

Doch was ist ein Solarkataster? Es ist ein die ganze Stadt abdeckendes System, das die Eignung einzelner Dachflächen für die Gewinnung von Sonnenenergie beurteilt. Sobald es freigeschaltet ist – dies ist bis Ende März geplant – kann jeder zu Hause am Computer eine Reise über die Dächer der Stadt machen und schauen, ob ein bestimmtes Dach – zum Beispiel sein eigenes – für Sonnenenergie empfänglich ist.

„Wir sind noch im Feintuning“, sagte der städtische Umweltplaner Joachim Kaulbars jüngst im Umweltausschuss. Das Kataster funktioniert über die Eingabe einer konkreten Adresse, aber auch durch Scrollen über den Stadtplan und Heranzoomen an ein konkretes Grundstück. Hat man „sein“ Dach gefunden, schlägt die Stunde des Wirtschaftlichkeitsrechners. Der sagt dem Hausbesitzer, wie groß die Fläche ist, die er für Solarenergie nutzen kann, wie hoch die Investitionskosten und die wahrscheinlichen Erträge sind. Das ist die Solarpotenzialanalyse. „Sie ersetzt aber keineswegs das Beratungsgespräch mit dem Fachhändler und mit der Bank“, betont Kaulbars.

„Das Renditejägertum nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz läuft aus“, so Kaulbars. Trotzdem mache es weiter Sinn und zukünftig sogar noch mehr als heute, die Sonnenenergie zu nutzen. „Wir haben steigende Strompreise“, erinnerte er. „In zwei bis vier Jahren gibt es bezahlbare Speichermodule und Batterien für den Eigenbedarf zu Hause.“ Dann, so der Umweltplaner, rechne sich Solarenergie weniger durch die Einspeisevergütung als durch den Selbstverbrauch und die Vermeidung hoher Stromkosten des Energieversorgers.

Der erste Teil des Solarkatasters ist textlastig und enthält jede Menge Informationen über die Nutzung der Solarenergie und die Funktion des Katasters. „Das ist als Impulsgeber gedacht“, so Kaulbars.

Grundlage für das Kataster waren Flüge über das Stadtgebiet im April 2013. Dabei wurden Stereobilder vom Siedlungsgebiet gemacht, aus dem leistungsstarke Rechner ein dreidimensionales Stadtmodell entwickelt haben. So konnte auch die Dachneigung und mögliche Beschattung durch Bäume, Erker oder Nachbarhäuser in die Berechnung einfließen. Die zuständigen Gremien hatten 30 000 Euro für das Solarkataster genehmigt; „In diesem Bereich bewegen wir uns“, so Kaulbars.

„Das ist ein Vorzeige-Solarkataster, nach dem sich andere Städte die Finger lecken würden“, lobte Pelle Prieß, Vertreter der Grünen im Umweltausschuss. Sein Vorgänger Uwe Lorenzen hatte 2008 das Kataster erstmals gefordert und das Thema somit angestoßen.

 

 

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