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Wohnmobil-Stellplatz in Flensburg : Das Nachtlager am Klärwerk

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Der Wohnmobil-Stellplatz am Flensburger Industriehafen ist im Sommer gut besucht - vor allem von Reisenden nach Skandinavien. Die Innenstadt profitiert aber nur relativ wenig von den Touristen.

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erstellt am 13.Aug.2013 | 01:13 Uhr

Flensburg | Über einen holprigen Schotterweg erreicht man Flensburgs einzigen Stellplatz für Wohnmobile. Direkt am Industriehafen hinter dem Klärwerk liegt zwischen Lagerhallen und Hafenanlagen unscheinbar ein einfacher Sandplatz. Auf den ersten Blick würde man diesem Ort nicht zutrauen, dass sich hier in der Hochsaison häufig gut und gerne 20 bis 30 Wohnmobile versammeln.
Bezahlen muss man für den Aufenthalt mit seinem mobilen Heim zwar nichts - dafür gibt es aber auch weder Strom noch Wasser. So gestaltet sich eine Übernachtung für Besitzer kleinerer Fahrzeuge ohne eigene Strom- und Wasserversorgung schwierig. Auch das Fehlen sanitärer Anlagen auf dem Platz stellt ein Problem dar. Eine Entsorgungsmöglichkeit ist ebenfalls nicht vorhanden. Schmutzwasser und Chemietoiletten kann man aber im nahe gelegenen Klärwerk loswerden. Die Entsorgung ist dort kostenfrei, aber nur zu bestimmten Zeiten möglich. Ein weiterer Nachteil ist der zuweilen unangenehme Geruch, der bei Ostwind mitunter von dort herübergetragen wird.

Auf Durchreise nach Skandinavien

Die angrenzende Tankstelle bietet die einzige Versorgungsmöglichkeit in der näheren Umgebung. In Spitzenzeiten kommen bis zu 20 Urlauber pro Tag in den Shop, um mit Brötchen, Getränken und anderen Lebensmitteln ihren täglichen Bedarf zu decken, erzählt eine Kassiererin. Alternative Einkaufsmöglichkeiten sind ohne Auto oder Fahrrad nur schwer zu erreichen.
Nicht nur aus dem gesamten Bundesgebiet, sogar aus dem Ausland reisen Besucher an. Einige sind nur auf der Durchreise und wählen den Stellplatz, der im Internet und in Reiseführern verzeichnet ist, aufgrund seiner günstigen Lage auf dem Weg nach Skandinavien. Andere hingegen interessieren sich für die Stadt Flensburg und würden auch gern einige Tage länger hier verweilen. Für sie ist vor allem die Tatsache ärgerlich, dass man höchstens eine Nacht bleiben darf. Die Angereisten stören sich zudem noch mehr über die erhebliche Entfernung zur Innenstadt als über die nicht vorhandenen sanitären Anlagen. "Flensburg ist eine sehr schöne Stadt", sagt Alison Guy aus England, "doch der Weg in die Innenstadt ist viel zu weit." Vielen ist der Platz außerdem zu klein. Vor allem in der Hochsaison sei es mitunter schwierig, einen der begehrten Plätze zu ergattern. Für viele Gäste ist es unverständlich, dass eine oft besuchte und durchfahrene Touristenstadt wie Flensburg nur über einen Stellplatz dieser Größe und Ausstattung verfügt. Eine bessere Aufteilung des Geländes sowie eine ansprechendere Gestaltung halten sie für wünschenswert.
Denn trotz seiner abgeschiedenen Lage ist der Platz für viele Reisende wegen seiner Nähe zum Wasser sowie des guten Blicks auf die Werft und vorbeifahrende Schiffe attraktiv. Dann wäre die Mehrheit der Besucher Umfragen zufolge auch durchaus bereit, einen Kostenbeitrag zu leisten.

Wohnmobilplätze in der Region

Stellplatz Schleswig Hafen: Der Wohnmobilstellplatz direkt an der Schlei kostet zwölf Euro inklusive Strom und Wasser. Der Platz liegt zentrumsnah und verfügt sogar über einen kostenlosen Brötchenservice.
Stellplatz Skandic Camping: Dieser Platz in Harrislee wäre eine nahe Alternative zum Stellplatz in Kielseng. Eine Nacht inklusive Strom kostet hier zehn Euro. Wasser kostet einen Euro extra.
Campingplatz Langballigau: Dieser Campingplatz besitzt ein Areal für Wohnmobilstellplätze und erlaubt auch Hunde. Ein Platz kostet hier zehn Euro einschließlich Wasser. Strom kostet zwei Euro mehr. Der Platz überzeugt mit seinem Ambiente und leckeren Fischbrötchen in der Nähe.
Ostseecamp Glücksburg-Holnis: Für diesen Stellplatz bezahlt ein Besucher zwischen 17 und 21 Euro. Der Preis schließt Wasser, Strom und sanitäre Anlagen ein.
Reisemobilhafen am Nordseedeich: Dieser Stellplatz liegt in Dagebüll und hat einen Preis von sieben Euro pro Nacht. Mit zwei Euro für Strom muss gerechnet werden. Saniäre Anlagen sind nicht vorhanden.

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