Steinbergkirche : Das Lampenfieber steigt

Erste Probe mit Dirigent Mika Eichenholz:  Prokofjews „Tanz der Ritter“ bringt ersten Schwung in das Orchester, das sich in dieser Woche zusammenfindet.
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Erste Probe mit Dirigent Mika Eichenholz: Prokofjews „Tanz der Ritter“ bringt ersten Schwung in das Orchester, das sich in dieser Woche zusammenfindet.

Diese Woche kommen 130 jugendliche Sänger und Instrumentalisten auf dem Scheersberg zur 56. Deutsch-Skandinavischen Musikwoche zusammen.

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26. März 2018, 12:40 Uhr

Steinbergkirche | Der Maestro kommt pünktlich: Kurz nach 9 Uhr morgens betritt Mika Eichenholz die Scheersberghalle. Zwei Stunden hat er geschlafen, in der Nacht ist er aus Schweden angereist. Da waren die meisten Musiker schon auf dem Scheersberg.

Und die freuen sich jetzt, kommen mit ausgebreiteten Armen auf den 58-Jährigen zu, lachen und scherzen. Viele haben schon während der Musikwochen 2012 mit dem beliebten Dirigenten gearbeitet – und hatten offensichtlich viel Spaß. An diesem Morgen ist die Wiedersehensfreude zu spüren, und auch ein bisschen Aufregung schwingt zwischen Gesprächsfetzen und unzusammenhängenden Tönen mit. Da probieren einige Musiker noch einmal schwierige Passagen, andere reden leise miteinander oder stimmen ihre Instrumente – denn: Gleich wird es ernst mit den Proben. Und in nur einer Woche will das Orchester, das sich hier gerade erst zusammenfindet, soweit sein, das Festkonzert zu Ostern in der Rendsburger Christkirche zu spielen. So ist der Wochenplan straff. Vom Morgen bis spät in den Abend hinein werden die 40 Sänger und 80 Instrumentalisten in der kommenden Woche miteinander musizieren.


Internationaler Austausch mit viel Spaß

„Jonas, was ist mit der Harfe?“, fragt Mika Eichenholz auf Englisch. Englisch ist bei den vielen Teilnehmern aus ganz Europa der gemeinsame Nenner, was die Sprache betrifft. Jonas Siewertsen schaut auf die Uhr: „Die hole ich in einer Stunde ab.“ Siewertsen ist auf dem Scheersberg für kulturelle Bildung zuständig und in dieser Woche als Koordinator im Dauereinsatz – er holt und bringt Teilnehmer, organisiert, hilft, ist ansprechbar und ansteckend gut gelaunt, wie er da mit Klemmbrett unterm Arm und grünen Socken in Badelatschen übers Gelände läuft. Musik macht gute Laune – und das internationale Miteinander auch.

„Uns ist neben der Musik die entspannte Begegnung besonders wichtig“, erklärt er. Der soziale Austausch zwischen jungen Leuten auf dem Scheersberg hat Tradition. Wichtiger als das musikalische Können, ist die Fähigkeit, schwächere Ensemble-Mitglieder mitzunehmen, sich gegenseitig mit Schwächen und Stärken zu akzeptieren. Jonas Siewertsen selbst kennt fast jeden beim Vornamen. Auch Emil Larsson. Der deutsch-schwedische Musikstudent übt bei den Chorproben im Hauptgebäude gerade mit den anderen Teilnehmern die korrekte schwedische Aussprache für ein A-capella-Stück. Chorleiterin Friederike Woebecken ist zufrieden – auch sie ist „Wiederholungstäterin“, war schon im vergangenen Jahr dabei und ist gern wieder hier. Ganz vorn müssen sie und Kollege Eichenholz heute glücklicherweise nicht anfangen. Alle Teilnehmer haben mit ihrer Anmeldungsbestätigung Noten bekommen und konnten zu Hause üben. So erklingen schon bald die ersten Töne – und es hört sich gut an.

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