Kommunalwahl in Flensburg : Das junge Gesicht der SPD

Justus Klebe führt die Flensburger SPD seit März 2018.
Justus Klebe führt die Flensburger SPD seit März 2018.

Sozialdemokraten wollen sich durch unverbrauchte Einsteiger erneuern – Parteichef Justus Klebe ist ihre Galionsfigur

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05. April 2018, 05:59 Uhr

Sechs Parteien und zwei Wählergruppen treten an, wenn am 6. Mai der Flensburger Rat neu gewählt wird. In einer Serie stellt das Tageblatt alle achtvor. Heute: die SPD.

Mit einer Mischung aus sehr erfahrenen Kommunalpolitikern und unverbrauchten Neueinsteigern startet die Flensburger SPD in den Kommunalwahlkampf. Dabei ist Justus Klebe (20) zum Gesicht der jungen Flensburger Sozialdemokratie geworden: Noch 2017 Abiturient an der Fridtjof-Nansen-Schule und nun im zweiten Semester Lehramtsstudent an der Europa-Uni, ist der Mürwiker seit vier Wochen Flensburgs jüngster SPD-Chef aller Zeiten.

Es ist keine drei Jahre her, dass Klebe SPD-Mitglied wurde, seit Anfang des Jahres sammelt er bereits kommunalpolitische Basiserfahrung, als Bürgerschaftliches Mitglied im Ausschuss Bürgerservice, Schutz und Ordnung. „Es ist spannender als erwartet“, sagt Klebe. „In der Kommunalpolitik kann man viel erreichen.“ Selbstverständlich müsse in den Ausschüssen häufig pragmatisch entschieden werden.

Aber natürlich habe man auch Visionen, sagt Justus Klebe. Eine davon ist der Grund, dass der Jungpolitiker als Treffpunkt das Hafenostufer vorschlägt: „Wir wollen hier versuchen, ein urbanes Gebiet mit Freizeit, Wohnen und Gewerbe zu entwickeln“, sagt Klebe. Das Ostufer ist für ihn auch deshalb ein guter Ort, weil man von hier die großen, mitarbeiterstarken Industriebetriebe wie Stadtwerke, Werft und FFG gut im Blick hat. Und was sagt der junge SPD-Chef zum Thema Sicherheit für den Wirtschaftshafen auf dem Ostufer über die kommenden fünf Jahre hinaus? Klebe hält hier nichts von Garantien: „Wir sehen schon die geringen Umschlagzahlen.“ Für Klebe ist das Gebiet zwischen Hafenspitze und Harniskaispitze ein zentrales gestalterisches Anliegen: „Wir versuchen, diesen Raum wieder lebenswert zu gestalten. Da steckt viel Mehrwert für die Flensburger drin.“

Alle anderen großen Themen der Stadt-SPD lassen sich anhand eines Zehn-Punkte-Plans nachvollziehen. Ganz oben steht für die SPD die Bildung. „Hier muss die Schulgebäudesanierung weiter vorangetrieben werden und ein Fokus auf die Digitalisierung gerichtet werden.“ Im Wohnungsbau sieht Klebe, dass vor allem im mittleren Segment Wohnungen für junge Familien fehlten. Darüber hinaus verlange die SPD 30 Prozent sozialen Wohnungsbau bei allen neuen Vorhaben. Und eine eigene kommunale Baugesellschaft? Derzeit nicht finanzierbar: „Wir sind Haushaltskonsolidierungskommune“, erinnert Klebe. Im öffentlichen Nahverkehr will Klebes SPD ein kostenloses Ticket für Kinder, Schüler und Azubis einführen.

Klebe selbst tritt im Wahlkreis 13 auf Jürgensby an. Für den Fraktionsvorsitz ist im alten wie im neuen Rat Helmut Trost gesetzt. Sollte seine Partei stärkste Kraft werden, hieße die Stadtpräsidentin Inge Krämer.

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