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Flensburger Tageblatt

18. Dezember 2017 | 21:44 Uhr

Hasselberg : Das Gundelsbyer Ehrenmal bröckelt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Granittafeln an der Erinnerungsstätte haben sich aus ihrer Verankerung gelöst. Für die Sanierung werden 6400 Euro benötigt.

Hasselberg | Sorgen machen sich derzeit Pastor Hanno Jöhnk von der Kirchengemeinde Gundelsby-Maasholm und Hasselbergs Vizebürgermeister Gerd-Ludwig Kraack, der als ehrenamtlicher Küster fungiert, um den angeschlagenen Zustand des Gundelsbyer Ehrenmals. Der Zahn der Zeit hat an dieser aus Feldsteinen gebauten Erinnerungsstätte genagt: An einigen Stellen der hinteren halbrunden Steinmauer sind Stücke bereits von Frost und Feuchtigkeit buchstäblich herausgesprengt worden. Zudem haben sich im Hauptteil der Anlage zehn dunkle Granittafeln mit den eingravierten Namen der aus Hasselberg, Kronsgaard und Gundelsby stammenden Opfer der beiden Weltkriege von ihrer Verankerung so stark gelöst, dass sie abzufallen drohen. „Eine Sanierung des Ehrenmals ist dringend erforderlich“, sagt der Pastor.

Zur Geschichte dieser würdigen Stätte, die turmartig aufragt und auf einer Grünfläche vor der Kirche an der Gundelsbyer Dorfstraße liegt, gehört der Einsatz einer frühen Form von Bürgerinitiative. „Auf Veranlassung des Kirchenvorstandes“, wie es in einem schriftlichen Aufruf von 1951 heißt, seien alle landwirtschaftlichen Betriebe sowie Haus- und Gartenbesitzer und Gewerbetreibende dazu verpflichtet worden, jeweils eine Deutsche Mark pro Heitscheffel (entsprach ungefähr einem Drittel Hektar) – in drei Raten – zu zahlen. „Freiwillige erhöhte Spenden sind zulässig“, hieß es weiter. Benötigt wurden damals rund 6000 Mark, um vier Gedenksteine des Ehrenmals samt Vergoldung der Namen auf den Weg zu bringen. Wer den Bau der ursprünglichen Anlage in den Jahren zwischen 1920 und 1930 tatsächlich veranlasst hat, ist bis heute unklar.

Wer also ist der Eigentümer und damit auch für die Erhaltung verantwortlich? Diese „Unschärfe“ hat jetzt dazu geführt, dass sich die Kirchengemeinde und die Kommunen Hasselberg und Kronsgaard gemeinsam für den Erhalt des Denkmals einsetzen. Für die Sanierung der maroden Stellen sind 6400 Euro veranschlagt worden. Von diesen Kosten übernimmt die Kirchengemeinde 50 Prozent, die Gemeinde Kronsgaard rund 16 Prozent und die Gemeinde Hasselberg rund 34 Prozent. Gerd-Ludwig Kraack betont: „Wir werden auch Eigenleistungen aufbringen, damit das Geld reicht.“ Die notwendigen Arbeiten sollen im nächsten Frühjahr vorgenommen werden.

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