zur Navigation springen

Südermarkt : Das größte Dach der Stadt ist dicht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Morgen findet im Gottesdienst die Einweihung nach Fertigstellung mit 28.000 Dachpfannen statt. Die Kosten sind geringer als erwartet.

shz.de von
erstellt am 30.Jan.2016 | 08:30 Uhr

Flensburg | Die Balken stammen größtenteils noch aus dem frühen 15. Jahrhundert, die Dachpfannen waren deutlich jünger. „Vor 120 Jahren“ sei das Dach letztmals erneuert worden, schätzt Pastor Thomas Bornemann. Es wurde Zeit für Ersatz. Von Mai bis Dezember wurde auf der wohl spektakulärsten Baustelle der Stadt das komplette Dach der Nikolai-Kirche am Südermarkt neu eingedeckt. Morgen wird es im Gottesdienst um 9.30 Uhr feierlich eingeweiht.

„Die Mitarbeiter der benachbarten Arztpraxen standen hin und wieder an den Fenstern und hielten den Atem an“, so Bornemann – wenn die Dachdecker in schwindelerregender Höhe auf dem First ihrer Arbeit nachgingen. „Hochachtung“ verspüre er vor den Handwerkern und Ingenieuren angesichts solcher Herausforderungen, sagte Volker Willandsen, Vorsitzender des Kirchengemeinderats von St. Nikolai. Auch, weil die geplanten Kosten von 723  000 Euro nicht nur eingehalten, sondern sogar unterschritten wurden.

Die Rechnung wird vom Kirchenkreis Schleswig-Flensburg bezahlt – „dafür sind wir der kirchlichen Solidargemeinschaft sehr dankbar“, sagt Bornemann. Die Dacherneuerung sei „ein Kraftakt“ für den Kirchenkreis gewesen, betont Willandsen. Da die Nikolaikirche aber ein bedeutendes Kulturdenkmal sei, könne es nicht angehen, das nur die Kirchensteuerzahler für Maßnahmen wie diese aufkommen. „Das kann so auf Dauer nicht weitergehen“, sagt Willandsen.

Und es wird weiter gehen. „Seit ich hier 1991 angefangen habe, war die Kirche immer eine Baustelle“, fügt Pastor Bornemann hinzu. Nach dem Großprojekt der Orgel-Erneuerung habe man die kompletten Fenster für eine halbe Million Euro ausgetaucht. Jetzt müsse etwas am Haupteingang gemacht werden, weil die Orgel unter der Zugluft leidet, die beim Öffnen der Tür ins Kirchenschiff fließt. Das müsse jedoch genauestens mit dem Denkmalschutz abgesprochen werden, der auch bei der Dachsanierung eng eingebunden war.

28  000 Dachpfannen – „Hohlfalzziegel“, so Küster Jochen Cordsen – sind verbaut worden. Es sei das größte gedeckte Dach der Stadt, versichert der Nikolai-Pastor. Die Pfannen aus Göttingen entsprechen nicht ganz den Originalziegeln, aber dafür sind sie besser und sicherer zu montieren – ohne Mörtel. Allerdings mussten die Latten des Dachstuhls erneuert werden, die tragenden Balken hingegen sind geblieben.

Zum Gottesdienst morgen Vormittag sind nicht nur die beteiligten Unternehmen, sondern auch die Nachbarn rund um die Nikolai-Kirche eingeladen worden. In einer Art Endlosschleife werden dabei viele Fotos der Bauarbeiten zu sehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen