Knobeln und Tüfteln : Das Glück in der Mathematik

Knifflig: Dr. Michael Kiupel (Vorsitz Phänomenta-Trägerverein, links) und Phänomenta-Chef Achim Englert testen  das Knobelbrett. Foto: sh:z
Knifflig: Dr. Michael Kiupel (Vorsitz Phänomenta-Trägerverein, links) und Phänomenta-Chef Achim Englert testen das Knobelbrett. Foto: sh:z

Professor aus Gießen eröffnet morgen um 11 Uhr Phänomenta-Wander-Ausstellung mit "vergnüglichem Vortrag"

shz.de von
05. November 2011, 06:17 Uhr

Flensburg | Fische finden, Pyramiden bauen, Känguruh-Puzzles zusammenfügen, die Scheiben des Ionah-Turms stapeln und natürlich Sudokus füllen - all diese Tüftel- und Knobel-Aufgaben zählen zu den 43 harten Nüssen, die von morgen an Besucher jeden Alters in der Phänomenta am Nordertor knacken dürfen.

"Mathe macht glücklich", sagt ein gut aufgelegter Mathematiker per Videokonferenz im Vorfeld der Ausstellungseröffnung. Er hat früher auch Philosophie studiert. Er muss es wissen. Im Jahr 2002 gründete der mehrfach preisgekrönte Professor Dr. Albrecht Beutelspacher das Mathematikum in Gießen und lässt nun 43 Exponate in die Flensburger Phänomenta auswandern. Die Wanderausstellung "Tüfteln und Knobeln" darf bis zum 8. Januar im Mitmachmuseum bleiben. Der Austausch mit Gießen sei nicht der erste, und die Zusammenarbeit werde gewiss fortgeführt, hofft Achim Englert, Geschäftsführer der Phänomenta.

Am Sonntag um 11 Uhr, so verspricht Professor Beutelspacher, werde er nur mit "Papier, Klebstoff und Schere" einen "vergnüglichen Vortrag" über "mathematische Experimente" zur Eröffnung gestalten. Der gebürtige Tübinger weiß schon jetzt, dass seine Gäste die pfiffigen Kniffe daheim nachfalten werden.

Beutelspacher weiß auch, wo das Glück in der Mathematik liegt, und zwar in den "Aha-Momenten". Da knobele man und tüftele an einem Problem und plötzlich, eben "unkalkulierbar" finde man die Lösung, "sozusagen unter der Dusche". Glücksmomente können die Gäste der Flensburger Ausstellung an "Neuem, das sich bewährt hat", erleben und an Klassikern, beispielsweise dem "T". Das sei ursprünglich ein Werbegeschenk einer englischen Tee-Company zum 100. Jubiläum gewesen. Doch offensichtlich hat die simpel anmutende Aufgabe, aus vier Teilen den Buchstaben "T" zu legen, immer neue Freunde gefunden. "Es ist richtig gemein", sagt der Professor, "aber wenn man es hat, prägt es sich ein."

Den Skeptikern, die einer quirligen Phänomenta zum Denken absolute Ruhe vorziehen, hält er entgegen, dass es im Museum nicht laut sei, sondern schlicht Kommunikation herrsche. "Mathe hat eine kommunikative Potenz." Der Communicator-Preisträger des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft ist sicher, dass Fremde Freunde werden auf der gemeinsamen Suche nach den Lösungswegen an verflixt kniffligen Exponaten. Am Mathematikum gehöre "die Knobelecke zu den am intensivsten genutzten Bereichen", sagt Alfred Beutelspacher. Und auch für die Popularität der in Gießen entwickelten Wanderausstellung "Knobeln und Tüfteln" hat er eine Formel: "Wenn man die Mathematik von der richtigen Seite öffnet", und zwar durch eigene Erfahrungen, verliere sie ihren Schrecken.

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