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Pommerby : Das Feuerschiff wird wiedergeboren

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die „Kalkgrund“ kann als Modell im Maßstab 1:50 im Leuchtturm Falshöft besichtigt werden – Rüdiger Hoffmann hat es gebaut.

Pommerby | Im Leuchtturm von Falshöft ist ein Stück Vergangenheit lebendig geworden – in Form des Feuerschiffs „Kalkgrund“ als Modell im Maßstab 1:50. Das Original wurde 1910 erbaut und 1963 außer Dienst gestellt. Denn inzwischen gab es am gleichen Ort den gleichnamigen Leuchtturm, der den Schiffsreisenden den Weg wies.

Das Original – 36 Meter lang und 6,40 Meter breit – wurde seinerzeit vom Wasser- und Schifffahrtsamt verkauft, diente zunächst einer Flensburger Kohlenhandlung als Quartier für Gastarbeiter, machte dann in Kiel fest, war Clubheim des Segelvereins „Möltenort“ und wurde dann nach Holland verkauft. Dort wurde der Zweimastschoner umgebaut und ist seit 1993 als Kreuzfahrtschiff mit dem Namen „Noorderlicht“ im Polarmeer unterwegs.

Doch als filigranes Modell ist das Feuerschiff „Kalkgrund“ nun wieder eine Attraktion – und zwar im Ausstellungsraum des Falshöfter Leuchtturms, der seit Anfang dieses Jahrtausends Heiratswillige aus allen Teilen der Republik hoch in den Norden lockt. Das freut insbesondere Gert Nagel aus Pommerby, einst ehrenamtlicher Eheschließungsbeamter im Turm und Vorsitzender des Leuchtturm-Fördervereins.

Dabei gilt sein Dank Rüdiger Hoffmann (66), der das Modell in seiner Kellerwerkstatt schuf. Als er gefragt wurde, ob er das machen könne, sagte der ehemalige Hafenmeister von Maasholm und gelernte Bootsbauer aus Kopperby zu. Die Originalbaupläne hatte ihm Klaus Krüsmann vom Vorstand des Fördervereins besorgt. Und so machte Hoffmann sich mit viel Ehrgeiz und großer Freude an die Arbeit. Er erinnert sich noch gut an die Zeiten, als das Feuerschiff im Blickfeld des Falshöfter Leuchtturms lag und auch für Lotsendienste zuständig war. Der Verein hielt ihm die Materialkosten für den Modellbau von der Hand. „Die haben wir gerne bezahlt“, so Vereins-Kassenwart Gerd Aloe. Und so entstand innerhalb eines Jahres und in rund 500 Arbeitsstunden das Feuerschiff in Miniatur. Dieses übergab der Erbauer jetzt an den Vereins-Vorsitzenden Gerd Nagel. Der strahlte und versprach Rüdiger Hoffmann lebenslang freien Eintritt zum Leuchtturm.

Nun steht die „Kalkgrund“ also im Ausstellungsraum des Leuchtturms und fasziniert die Besucher. Denn es kommen nicht nur angehende Ehepaare, sondern auch andere, die von dem technischen Denkmal „Leuchtturm“ fasziniert sind, die vielen Stufen nach ganz oben erklimmen und den weiten Blick über die Ostsee genießen.

Die ganze Sache ins Rollen gebracht, hatte Vorstandsmitglied Klaus Krüsmann. Im Leuchtturm-Museum Travemünde hatte er Teile des einstigen Feuerschiffes und ein Modell, von ehemaligen Besatzungsmitgliedern gebaut, entdeckt. Das hätte er gerne gehabt, doch die Travemünder winkten ab. Dann ein Besuch des Flensburger Schifffahrtsmuseums, auch hier erblickte Krüsmann ein „Kalkgrund“-Modell. Aber auch das war nicht zu haben. Es gab aber von dessen Erbauer Pläne – und die waren zu haben. Also trug Krüsmann dem Verein seine Modell-Idee vor und erinnerte sich an den Schwager von Standesbeamtin Jutta Franke: Rüdiger Hoffmann. „Der kann das“, war Krüsmann optimistisch.

Jetzt also erinnert das „Kalkgrund“-Modell daran, wie das ehemalige Feuerschiff für eine sichere Fahrt in der Flensburger Förde sorgte. Denn in Kalkgrund gibt es Untiefen und vor denen warnte einst das Schiff. Wenn es auch Modelle des Feuerschiffes in Travemünde und Flensburg gibt, steht für Krüsmann fest, dass das Falshöfter aus Eichenholz und „made by Hoffmann“ das schönste ist.

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erstellt am 29.Jun.2017 | 13:51 Uhr

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