Glücksburg : Das etwas andere Restaurant

So stellt sich der Architekt das künftige Restaurant an der Mündung der Schwennau vor.
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So stellt sich der Architekt das künftige Restaurant an der Mündung der Schwennau vor.

Christoph Koeppen baut ein 60 Meter langes Gebäude an der Schwennau-Mündung. Das Investitionsvolumen beträgt 1,5 Millionen Euro.

shz.de von
27. Juli 2018, 12:00 Uhr

Glücksburg | An die ockergelbe Farbe des Rohbaus für ein neues Restaurants an der Schwennau-Mündung muss man sich nicht gewöhnen. Die bleibt nicht. Die Länge des neuen Gebäudes – rund 60 Meter – hingegen, die steht und ist noch ein wenig gewöhnungsbedürftig.

In knapp drei Wochen hat Investor Christoph Koeppen den Restaurant-Rohbau vor einem bewaldeten Hang östlich der Schwennau errichten lassen. Dahinter liegt seine Ferienanlage „Glück in Sicht“. Das öffentliche Gelände rund um die Fluss-Mündung, an der früher ein Campingplatz lag, hat Koeppen von der Stadt Glücksburg gepachtet. Er ist dabei, es neu zu gestalten, in Einklang zu bringen mit seiner Ferienanlage und gleichzeitig für die Öffentlichkeit attraktiv zu machen. Das Restaurant spielt in seinen Plänen eine zentrale Rolle. 1,5 Millionen Euro investiert er in die Gastronomie.

Die nach außen sichtbaren Partien werden bei Fertigstellung mit dunkel gestrichenem Holz verkleidet sein, versichert Bauleiter Ralf Neumann. Er verweist auf die 26 Ferienhäuser von „Glück in Sicht“, die genauso verkleidet sind und sich nahezu unsichtbar in die Küste einfügen. Ansonsten werden bodentiefe Fenster das Restaurant-Gebäude prägen, so Neumann.

Den ungewöhnlichen Grundriss erhielt das Gebäude, das nur neun Meter tief ist, wegen Klagen von Anwohnern aus der Paulinenallee 26 a-f. Die Kläger beriefen sich auf einen Eintrag im Grundbuch von 1904. Dort war für ihre Grundstücke der freie Blick auf die Förde festgeschrieben.

Der Leipziger Architekt Olaf Koeppen, Bruder von Christoph Koeppen, hatte das Gebäude ursprünglich in der Sichtachse der Paulinenallee geplant. Nach den Beschwerden verlegte er das Gebäude dicht an den Hang vor die Lodges. So liegt es außerhalb der Sichtachse der Kläger. Um wiederum den eigenen Gästen nicht die Sicht zu nehmen, musste das Gebäude entsprechend in die Länge gezogen werden. Denn bei der Anzahl der Quadratmeter, etwa 600, mochte der Investor aus Gründen der Wirtschaftlichkeit keine Zugeständnisse machen.

„Das Restaurant wird in der Mitte des Gebäudes liegen und 100 Plätze haben“, erklärt Bauleiter Neumann. Hinter einem Flur, der das Restaurant mit dem „Beachclub“ verbindet – dort gibt es Bistro-Küche und Platz für zirka 38 Personen – befinden sich die Küche und Gästetoiletten. Eine etwa drei Meter breite, dem Gebäude vorgelagerte Terrasse bietet Platz für weitere 50 Gäste. Im rechten Gebäudeteil befinden sich Wirtschaftsräume, ganz links sind die öffentlichen Toiletten untergebracht, die die Stadt gefordert hat.

Restaurant-Leiter Philipp Gostmann erzählt von seinen Plänen: Er setze auf norddeutsche und skandinavische Küche mit Produkten aus der Region von guter Qualität. „Bio muss nicht sein, kann aber“, sagt er. Gostmann hat bei Schuhbeck in München und in Tim Mälzers Bullerei in Hamburg gearbeitet. Zuletzt leitete der 31-Jährige die Gastronomie in der Elbphilharmonie.

Während der Hauptsaison herrscht Baustopp am Restaurant-Neubau. „Wir wollen unsere Gäste aus „Glück in Sicht“ nicht mit Baulärm belästigen“, sagt Julia Buhk, Pressesprecherin von Christoph Koeppen. Zur Zeit sei man voll ausgebucht.

Von den 40 Strandkörben am Strand stehen einige auf einem Strandstück nahe des öffentlichen Weges für jedermann bereit. Es gibt 40 neue Parkplätze, eine Bude mit einfachen Speisen und Getränken und einen kleinen Boule-Platz. Ein Schwimm-Steg und ein Volleyball-Feld sind geplant. Die Eröffnung des Restaurants, das noch keinen Namen hat, erwartet Gostmann Anfang 2019.

Angst vor der Konkurrenz hat er nicht. Wie Perlen an einer Schnur werden sich künftig Restaurants an der Glücksburger Promenade von Sandwig aneinander reihen. Aus westlicher Richtung liegen: Quellental (derzeit Bau-Unterbrechung, Eigentümer Witt verhandelt mit möglichen Käufern und Pächtern); Luv & Lee/FSC, Nobus/Intermar, Strandhotel und Bistro Sandwig und schließlich „Glück in Sicht“. Der Bedarf ist groß genug, meint Gostmann zuversichtlich.

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