Hamburger Bischöfin in Flensburg : Das etwas andere Abendmahl

Aufmerksame Zuhörerin in der Jugendkirche: die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs.
Aufmerksame Zuhörerin in der Jugendkirche: die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs.

Kirsten Fehrs hat sich am Gründonnerstag auf den Weg nach St. Michael am Ochsenmarkt gemacht

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31. März 2018, 06:48 Uhr

Was macht die Bischöfin von Hamburg und Lübeck in St. Michael am Ochsenmarkt? Sie feiert das „Abend(mahl)anders“ – zusammen mit Jugendlichen der Jugendkirche Flensburg und einigen erwachsenen Gästen.

Bischöfin Kirsten Fehrs hat sich am Gründonnerstag auf den Weg durch das nordelbische Schneegestöber gemacht, um ganz im Norden der Nordkirche zu erleben, wie lebendig junge Menschen heute Kirche gestalten. Und welches Ereignis passt da besser als die Feier zum letzten Abendmahl Jesu vor seiner Kreuzigung am Karfreitag?

Im Altarraum ist eine sehr lange Tafel aufgebaut. Alle haben Platz genommen, die Band spielt schon, da tragen zwei Jungs zwei mächtige Suppentöpfe herein und stellen sie auf eine doppelte Herdplatte. Es gibt Suppe zum letzten Abendmahl. Vegan, mit Broccoli, Möhren und Kartoffeln, von den Jugendlichen selbst gekocht. Wohl eher von den Mädchen als von den Jungs.

Aber zunächst wird gesungen, „Viva la Vida“ von Coldplay und „Geboren um zu leben“ von Unheilig – eigentlich kein passender Name für diese Veranstaltung.

In St. Michael sind es weit mehr als die zwölf Jünger, die vor 2000 Jahren zusammen gesessen haben. Aus Kapitel 13 des Johannes-Evangeliums wird vorgelesen. Jesus und Petrus im Dialog, als er ihm die Füße wäscht. Pastorin Susanne Guhl erinnert in ihrem Gebet an Hunger und Umweltverschmutzung, Kriege und Flucht, aber auch an traurige Ereignisse in Flensburg, nur ein paar hundert Meter von St. Michael entfernt.

Kirchenmusiker Jens Robbers ermuntert alle zu Taizé-Gesängen, bevor Franziska Wirtz, die bei der Jugendkirche ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, ihre Predigt vorträgt, in der sie von den Schwierigkeiten bei den Vorbereitungen der Predigt und dann ganz elegant bei Jesus, Gott und den Jüngern landet. Man sieht Kirsten Fehrs die Begeisterung an, die sie später auch ausspricht. „Eine wunderbare Predigt, tolle Musik“, sagt sie. In ihrer kurzen Ansprache spannt sie den Bogen von dem „Abend(mahl)anders“ in Flensburg zu dem „March of Life“ der amerikanischen Kinder und Jugendlichen gegen den „Waffenwahn“ in den USA. Das sei ihre Botschaft an diesem Gründonnerstag, und „dass wir alle in Gemeinschaft in dieser Welt etwas zu sagen haben. Wir sehen auf das Leben, das spüre ich hier“.

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