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Flensburger Tageblatt

19. August 2017 | 13:48 Uhr

Fachhochschule : Das Elektro-Auto vom Campus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein studentisches Team der Fachhochschule Flensburg will Autobesitzern auf dem Weg zur Elektromobilität helfen - sie arbeiten an einem Prototypen für alle.

Ein sportliches Ziel haben sich die sechs Studenten der FH vorgenommen: In den nächsten Jahren wollen sie aus einem normalen Seat Altea ein Elektroauto bauen – am Ende soll ein Umrüstsatz stehen, der dem durchschnittlichen Autonutzer die Elektromobilität bringen könnte.

Etwas mehr als 40 Interessierte haben den Weg in den Vorlesungsraum H14 im Hauptgebäude der FH gefunden. Nach den Grußworten von Professor Volker Looks geht es erst einmal um Fakten: Vergangenes Jahr habe es 1300 Neuzulassungen bei Elektroautos gegeben, und jährlich würden die Zuwächse fast 60 Prozent betragen. Die Bundesregierung plane, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen. Noch verhinderten aber der hohe Preis und das mangelnde Angebot den Erfolg der Elektro-Autos.

Die Mission des Studi-Teams ist, durch einen preiswerten Umbau echte Nachhaltigkeit zu erreichen. Am Ende des Projekts soll ein Umrüstsatz stehen. Mit dessen Hilfe sollen Besitzer eines Seats Altea oder anderen Autos, die auf der Basis des Golf 5 von VW gebaut werden, ihr Fahrzeug auf einen Elektroantrieb umrüsten können. Normale Ottomotoren laufen unter Laborbedingungen mit einem Wirkungsgrad von 30 Prozent – im realen Betrieb wird daraus schnell eine einstellige Zahl. Mit einem Elektromotor könne man den Wirkungsgrad verdreifachen, sagt Mateus Ohlsen. Seit dem Start des Projekts 2011 ist Olsen Mitglied des Teams. Inzwischen arbeitet er im Bereich der Auto-Entwicklung und ist kein Student mehr: „Durch so ein Projekt kann man als Student bereits Praxiserfahrung sammeln“, sagt Ohlsen.

Das Studentenprojekt e-4all wurde 2011 gegründet, im selben Jahr beschäftigten sich die Studenten hauptsächlich mit dessen Planung. Im vergangenen Jahr begann die Umsetzung mit dem Kauf des Autos und der Teile. Der Ein- und Umbau des Autos soll in diesem Jahr und in den folgenden Jahren passieren.

Platz für die Akkus soll durch den Wegfall des Verbrennungsmotors geschaffen werden: Da Kraftstofftank und Auspuffanlage wegfallen, können die 72 Akkus in einer Wabenstruktur angeordnet werden. Platz sollen sie im Kofferraum finden. Am Ende wird ein solcher Akku-Block 120 bis 130 Kilogramm wiegen. Das Auto wird dann eine Reichweite von 50 Kilometern haben. „Ein solcher Block kostet 5400 Euro“, sagt Peter Renz, ein weiteres Mitglied des Projektteams und Maschinenbaustudent im 7. Semester. Grundsätzlich könnten sich die Studenten auch noch einen zweiten Akku-Block im Auto vorstellen und damit die Reichweite verdoppeln. Bisher reichen die Fördermittel aber nur für einen Block.

Die Besonderheit des Projekts verglichen mit anderen Studi-Projekten dieser Art ist es, dass das Team einen funktionsfähigen Prototypen mit Straßenzulassung bauen will. „Ziel ist es auch, dass sich die Hochschule aus dem Projekt raushält und die Studenten eigene Erfahrungen machen“, sagt Prof. Looks. Er hilft bei der Beantragung von Projektgeldern und führt die Aufsicht über das Projekt auf Universitätsebene.

Einige Fragen bleiben noch: „Die Gewichtsverteilung und die Wärmeabfuhr ist noch problematisch“, sagt Renz. Die Hauptaufgabe für die nächste Zeit sei der Einbau der Teile. Über weitere Interessierte, die sich am Projekt beteiligen wollen, würde sich Michael Schäfer freuen. Er ist der studentische Projektleiter des Teams. Ein Ende des Vorhabens ist nicht geplant. Irgendwas könne man immer verbessern, und bis das Auto zum Tüv kann, wird es noch eine Weile dauern. Noch ein Problem drängt: „Aus unserer bisherigen Halle müssen wir demnächst ausziehen. Daher suchen wir noch eine Doppelgarage oder Werkstatt, in der wir arbeiten können.“



Kontakt zum Team können Interessierte per Email aufnehmen: info@e-4all.de; www.e-4all.de

 

 

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erstellt am 14.Jan.2014 | 12:22 Uhr

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