Das Dilemma um den kleinen Fuchs

Herzallerliebst, trotzdem nicht füttern: Harrisleer Fuchswelpe.
Herzallerliebst, trotzdem nicht füttern: Harrisleer Fuchswelpe.

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23. Mai 2018, 06:54 Uhr

Knopfaugen, plüschig-graues Fell (Balg) und zutraulich: Der kleine Fuchswelpe, der seit einigen Tagen in Niehuus gesichtet wird, erobert jedes Herz im Sturm. Doch so schwer es dem Naturfreund bei dieser Begegnung auch fallen mag: Er sollte den Welpen in Ruhe lassen, nicht füttern, nicht anfassen.

Ein Flensburger Spaziergänger berichtet, wie ihm der kleine Fuchs am Sonnabend Nachmittag entgegen gelaufen sei „in der Hoffnung auf Futter“. Er habe auch nicht von ihm abgelassen, schreibt der Spaziergänger.

Dies lässt Carsten Christiansen vermuten, dass der Welpe angefüttert worden sein könnte, sagt der Jäger aus Niehuus. Er war vom Tierheim informiert worden und kennt seinerseits den Jagdausübungsberechtigten aus Harrislee. Dieser berichtete, dass die Gerüchteküche in den sozialen Medien brodelt. Carsten Christiansen stellt klar: „Füchse haben jetzt Schonzeit“, auf die Elterntiere habe mit Sicherheit niemand geschossen. Schießen sei keine Option, unterstreicht er. Auch das Einfangen nicht. Denn man wisse nicht, ob die Mutter, die Fähe, lebe oder krank sei. Dafür, dass sie lebt, spricht, dass der Welpe wohlauf ist und einen gesunden Eindruck macht.

Das Alter des Welpen schätzt Christiansen auf vier bis sechs Wochen. Das Anfüttern durch Menschen verhindere, dass der Welpe selbst lernt, Beute zu machen und damit seine Existenz zu sichern. Der zuständige Jagdausübungsberechtigte wolle nun herausfinden, ob die Fähe noch am Leben sei, kündigt Carsten Christiansen an.

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