Das Bild vom ehrbaren Kaufmann

Für ein besseres Image der Unternehmer: IHK-Vizepräsident Hans-Heinrich Erichsen (rechts) mit den Referenten Dr. Uwe Christiansen und Jörg E. Feuchthofen. Foto: Jensen
Für ein besseres Image der Unternehmer: IHK-Vizepräsident Hans-Heinrich Erichsen (rechts) mit den Referenten Dr. Uwe Christiansen und Jörg E. Feuchthofen. Foto: Jensen

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13. Juni 2009, 04:59 Uhr

Selk | Die Schlagzeilen von Millionenabfindungen und Bonuszahlungen für gescheiterte Top-Manager hinterlassen auch bei mittelständischen Unternehmern in der Region ihre Spuren. Das wurde deutlich beim "Selker Abend", zu dem die Schleswiger Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer Flensburg eingeladen hatte. "Der ehrbare Kaufmann - Was kritisiert, was erwartet die Öffentlichkeit?" war das Thema, und manche der rund 50 Gäste redeten sich ihren Frust von der Seele. Viele fühlten sich von Politikern und Journalisten durch deren Jagd nach Wählerstimmen und Auflage in ein schlechtes Licht gerückt. Aber manche Unternehmer ärgerten sich auch selbst über das unsensible Verhalten einiger Konzernlenker.

IHK-Vizepräsident Hans-Heinrich Erichsen stellte die Frage: "Inwieweit können Unternehmer auf ihr Bild in der Öffentlichkeit Einfluss nehmen und um Verständnis werben?" Antworten gaben Dr. Uwe Christiansen, Geschäftsführer der AG Bildung & Medien der norddeutschen Industrie- und Handelskammern, und Jörg E. Feuchthofen, Geschäftsführer der hessischen Unternehmerverbände und Chefredakteur der Zeitschrift "Weiterbildung".

Feuchthofen appellierte an die Vertreter der Wirtschaft, sich in gesellschaftliche Debatten einzumischen. "Wir müssen oft sehr lange telefonieren, bis wir einen Unternehmer gefunden haben, der freiwillig in eine Fernseh-Talkshow geht. Dabei ist es sehr wichtig, dass die Unternehmer sich ihrer Verantwortung öffentlich stellen." Ehrenamtlicher Einsatz und das Engagement in Stiftungen müssten viel stärker herausgestellt werden.

Christiansen machte den Geschäftsleuten wenig Hoffnung auf einen schnellen Wandel des Zeitgeistes. "Wenn wir an der jetzigen Situation etwas ändern wollen, dann kann das 20 oder 25 Jahre dauern." Die gegenwärtigen Diskussionen unter jungen Leuten hätten sehr viel Ähnlichkeit mit denen aus der Zeit der Studentenbewegung von 1968.

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