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Jan Delay in Flensburg : „Danceburg“ feiert den Mann mit Hut

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zappeln, Hüpfen, Rennen, Tanzen: Jan Delay begeistert 4000 Fans in der Flens-Arena.

Vor der Show und vor der Halle wurde ordentlich vorgeglüht, und sogar ein mobiler Bierverkäufer auf dem Gehweg machte Umsatz. Drinnen verwandelte ein spiddeliger Hamburger für zwei Stunden unsere Stadt in „Danceburg“. Oder auch Rock City. Jan Delay, der einzig wahre Erbe Udo Lindenbergs, und seine Band Disko No. 1 zeigten über 4000 Danceburgern, dass sie auch Rock können.

Vor fünf Jahren hatte der gelernte HipHopper einen Zwischenstopp am „Bahnhof Soul“ eingelegt und ist dann nach Rock City weiter gereist. Und das heißt: Krachende Gitarrenriffs, alles durchdringende Bässe, hämmernde Drums, die großen Soundgesten des Rock mit seinen Wurzeln in den 70ern. Das klassische Instrumentarium wurde von echten Könnern bedient, mit absoluter Präzision und vor allem unfehlbarer Stilsicherheit. Manchmal hörte man die Botschaft „Ey Leute, das hier ist Rock!“ etwas zu deutlich zwischen den Läufen und Soli hervorblitzen. Aber geschenkt, die Jungs hatten es echt drauf.
Und ihr Vortänzer erst! Die Kernband – zwei Gitarren, Bass, Drums, Keyboards – stand leicht erhöht im Bühnenhintergrund, flankiert rechts von den drei stimmstarken, sportlichen „Delaydies“, links von den bisweilen etwas unterbeschäftigen „Johnny Blazers“ (Sax, Trompete, Posaune).

Mit anderen Worten: Schon das Line-Up hatte es in sich. Eine veritable Rock-Bigband hatte sich Herr Delay da zusammen gestellt. Und davor der nie still stehende, ewig zappelnde, hüpfende, rennende und vor allem tanzende Mann mit Hut. Der mit dem unverkennbaren Nasalorgan und dem schön norddeutschen Zungenschlag. Ein Hamburger eben. „St. Pauli“, sein Riesenhit aus diesem Jahr, brachte als Zugabe nochmal die ganze Halle in Aufruhr und spülte die irgendwie glücklichen, verschwitzten, zugedröhnten, zufriedenen Fans raus auf den Platz vor der Halle. Wen man auch fragte, keiner hatte was zu nörgeln. Häufigstes Urteil: einfach nur geil. Oder auch hammergeil.

Richtig fett. Derb. Der Breitwandsound verschmolz mit einer Lightshow, wie man sie so raffiniert und opulent schon lange nicht mehr in der Flens-Arena erlebt hat. Dafür gibt’s einen Extrapunkt.

Klar verließen Disko No. 1 und Jan Delay auch mal den harten Pfad des Rock und schauten in Reggae-Gefilden vorbei oder schalteten einen nostalgischen Flashback in die Soul-Episode zwischen. Und natürlich zeigte Jan, dass er mal ein Beginner war und HipHop nicht verlernt hat. Ist letztlich auch egal, denn vor allem ist er ein großartiger Entertainer, ein Showman durch und durch, der vielleicht auch mal irgendwann beim Jazz landet. Warum nicht, da gibt es durchaus Vorbilder. Hauptsache, er kommt dann wieder nach Flensburg. In die Swing-City.



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erstellt am 12.Okt.2014 | 18:42 Uhr

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