12. Hafenfest der Dampfschiffe : Dampf Rundum 2015: Diese Schiffe kommen nach Flensburg

Die „Stettin“ und die „Skjelskør“ bei der Dampf Rundum.
Die „Stettin“ und die „Skjelskør“ bei der Dampf Rundum.

Ein Dutzend Traditionsdampfer im Flensburger Hafen: Das ist die 12. Dampf Rundum 2015. Welche Schiffe kommen, verrät shz.de.

shz.de von
08. Juli 2015, 17:00 Uhr

Flensburg | Flensburg steht vom 10. bis 12. Juli 2015 ganz im Zeichen der Dampfschiffe. Die historische Technik ist alle zwei Jahre ein Highlight im Flensburger Hafen. Der Salondampfer „Alexandra“ ist als Flensburgs maritimes Wahrzeichen traditionsgemäß Gastgeberin des Treffens, zu dem in den vergangenen Jahren bis zu 350.000 Besucher kamen. Das traditionelle Dampferwettrennen auf der Flensburger Förde startet am Freitag, dem 10. Juli, ab 19 Uhr. Das ganze Wochenende ist rund um den Hafen und auf dem Wasser ein kulturelles Programm mit Musik, Dampfer-Rundfahrten, Modellschauen und Gottesdiensten geplant. Diese Schiffe sind in diesem Jahr mit dabei:

1. Salondampfer „Alexandra“

Als Gastgeberin der Dampfrundum steht die „Alexandra“ seit jeher an der Spitze des Dampferkorsos. 1908 vom Stapel der Werft „Janssen und Schmilinski“ in Hamburg gelaufen, wurde sie durch die Prinzessin Alexandra zu Schleswig-Holstein Glücksburg getauft. Als Liniendampfschiff war sie im Dienst der „Vereinigten Flensburg-Ekensunder und Sonderburger Dampfschiffsgesellschaft“ im Dienst. Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg wurde die „Alex“ eingesetzt. 1945 wird die Versenkung durch Kapitän und Mannschaft verhindert. 1975 wird das 36,96 Meter lange Schiff außer Dienst gestellt und verfällt zusehends an einem Liegeplatz im Flensburger Hafen. 1980 gründet sich der „Förderverein Salondampfer Alexandra e.V.“, 1982 wird das Schiff als Kulturdenkmal anerkannt. Das Schiff wird in der Folge instand gesetzt. Derzeit wird Geld für einen neuen Kessel gesammelt. Das Land Schleswig-Holstein beteiligt sich zunächst mit 200.000 Euro. Insgesamt sind 600.000 Euro nötig.

Die elegante Linie des Rumpfes macht sie zur schwimmenden Schönheit. Das Foto entstand 1908, kurz nach der ersten Ankunft der „Alexandra“ im Flensburger Hafen.
Archiv sh:z
Die elegante Linie des Rumpfes macht sie zur schwimmenden Schönheit. Das Foto entstand 1908, kurz nach der ersten Ankunft der „Alexandra“ im Flensburger Hafen.

2. Bereisungsdampfer „Schaarhörn“

Eigentlich beantragte das Amt für Strom- und Hafenbau 1907 bei der Hamburger Bürgerschaft Mittel für den Bau eines „Peildampfers“, also eines Vermessungsschiffes. Ausgeliefert wurde dann aber ein luxuriös ausgestatteter Zwei-Schrauben-Dampfer. Damals wollte man ein standesgemäßes Schiff, um Kaiser Wilhelm II. durch den Hamburger Hafen zu fahren. Bis in die 70er Jahre diente die „Schaarhörn“ als Schiff zur Seevermessung in der Elbmündung. Dann wurde der Dampfer nach Schottland verkauft, wo er verfiel. 1990 wurde die „Schaarhörn“ zurückgekauft und bis 1995 aufwendig restauriert. Bereits 1993 wurde das 41,66 Meter lange und 8,5 Knoten (16 km/h) schnelle Schiff in die Liste der Hamburger Denkmäler aufgenommen. Von Mai bis Oktober ist das Schiff für Traditionsfahrten auf der Niederelbe und der Ostsee unterwegs.

Die „Schaarhörn“ (vorne) ist wieder dabei, doch die „Alexandra“ wird sich beim diesjährigen Dampferrennen mit ihr nicht messen können.
grafikfoto.de
Die „Schaarhörn“ (vorne) ist wieder dabei, doch die „Alexandra“ wird sich beim diesjährigen Dampferrennen mit ihr nicht messen können.
 

3. Dampfschiff „Børøysund“

Der Küstendampfer wurde 1908 in Trondheim unter dem Namen „Odin“ für die „Throndhjems Lægterkompani“ gebaut. Er fuhr auf Routen im Trondheimfjord und war für 166 Passagiere registriert. 1923 landete das Schiff in Bergen und wurde von der „Dampskibsselskab Hjelme und Herlø“ in „Skjergar“ umgetauft. 1925 wurde der Dampfer erneut verkauft und bekam bei der neuen Reederei seinen heutigen Namen. Dort war das Schiff zwischen den Lofoten und Vesterålen im Einsatz. Nachdem das Schiff zwischenzeitlich erneut den Eigner wechselte und unter neuem Namen unterwegs war, konnte sie 1969 der „Norsk Veteranskipsklubb“ in Oslo erwerben. Das Schiff wurde 1973 restauriert und ist als Traditionsschiff unter dem Namen von 1925 noch im Einsatz.

Die Børøysund ist nicht das erste Mal bei der Dampfrundum zu Gast.
Redningsselskapet/Wikimedia
Die Børøysund ist nicht das erste Mal bei der Dampfrundum zu Gast.

4. Seezeichendampfer „Bussard“

Von 1906 bis 1979 war die „Bussard“ als Tonnenleger in der Kieler Bucht im Einsatz. Seit 1980 gehört das Schiff dem Schifffahrtsmuseum in Kiel, aber erst 2001 wurde der Tonnenleger wieder klar gemacht. Die erste Probefahrt konnte im Jahr 2006 stattfinden. Am 15. März 1905 wurde der Dampfer bei der Meyer Werft in Papenburg gebaut und 1906 für die Königliche Wasserbau-Inspektion Flensburg in Dienst gestellt. Das Schiff war lange in Sonderburg stationiert, bevor es nach Kiel verlegt wurde. Der 40,60 Meter lange und 8,10 Meter breite Dampfer schafft 12 Knoten (22 km/h) bei einer Maschinenleistung von 540 PS.

Der dampfbetriebene Tonnenleger „Bussard“ hatte im August dieses Jahres seinen dampfenden Auftritt in Wismar.
svz
Der dampfbetriebene Tonnenleger „Bussard“ hatte im August dieses Jahres seinen dampfenden Auftritt in Wismar.

5. Eisbrecher „Stettin“

Als technisches Kulturdenkmal liegt der Dampf-Eisbrecher heute im Hamburger Museumshafen Ovelgönne. Das Schiff wurde 1933 von den Oderwerken Stettin fertiggestellt und sollte den Seeweg zwischen Stettin und Swinemünde sowie die Zufahrt zum Stettiner Haff von Eis befreien. Die „Stettin“ ist in der Lage, Eis bis zu einer Dicke von 50 Zentimetern zu brechen. Bei einer dickeren Eisdecke konnte das Schiff mehrere Anläufe fahren, bis das Eis nachgab. Neben den Aufgaben als Eisbrecher wurde der Dampfer auch als Bergungsschiff im Einsatz. Die 51,75 Meter lange Eisbrecher mit 2200 PS erreicht eine Geschwindigkeit von 14,2 Knoten (26 km/h). Das Schiff war ebenfalls im Zweiten Weltkrieg als Flüchtlingstransporter im Einsatz, danach sollte das Schiff 1981 verschrottet werden. Ein Förderverein rettete das Traditionsschiff.

Der Dampf-Eisbrecher „Stettin“.
Imago/Christian Ohde
Der Dampf-Eisbrecher „Stettin“.

6. Eisbrecher „Wal“

Die „Wal“ wurde von 1938 bis 1990 als Eisbrecher im Nord-Ostsee-Kanal eingesetzt. Gebaut wurde der Dampfer von den Stettiner Oderwerken im Jahr 1937/1938. Nach einem Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg ging das Schiff während einer Kesselreparatur in der Rostocker Neptun Werft  im April 1942 auf Grund. Es wurde einen Monat später gehoben und bis Januar 1943 repariert. 1945 war auch die „Wal“ im Flüchtlingseinsatz auf der Ostsee unterwegs. 1990 wurde das 49,95 Meter lange Schiff außer Dienst gestellt.  Die „Schiffahrts-Compagnie Bremerhaven e.V.“ kaufte die „Wal“ im selben Jahr für 48.000 Mark, restaurierte den Dampfer binnen eines Jahres und setzt ihn seither als Museumsschiff ein.

Die „Wal“ ist ein Eisbrecher.
Imago/Martin Werner
Die „Wal“ ist ein Eisbrecher.

7. Fahrgastdampfer „Skjelskør“

Heute verkehrt der Dampfer nur noch auf dem Roskildefjord im Nordosten Dänemarks. Im Hafen von Frederikssund liegt die „Skjelskør“ seit 1994. Zuvor war das Schiff 47 Jahre lang auf der Linie zwischen Skælskør und den Inseln Agersø und Omø im südlichen Seeland unterwegs. 1962 wurde der Verkehr dort eingestellt. Ein Verein zur Erhaltung alter Schiffe, der „Danks Veteranskibsklub“ ist noch heute im Besitz der „Skjelskør“. Der Dampfer wurde 1914/1915 auf der dänischen Werft „J. Ring Andersens Stahlschiff-Werft“ in Svendborg gebaut. Es ist 20,57 Meter lang, 4,29 Meter breit und erreicht eine Geschwindigkeit von 9,5 Knoten.

Die „Skjelskør“ in ihrem Heimathafen.
Wikimedia/Henrik Dalgaard
Die „Skjelskør“ in ihrem Heimathafen.

8. Feuerschiff „Elbe 3“

Die „Elbe 3“ ist gar kein Dampfschiff, sondern ist mit einem Dieselmotor mit 300 PS Leistung ausgestattet. Das 45,10 Meter lange Feuerschiff wurde 1888 als „Leuchtschiff Weser“ in Vegesack (Stadtteil von Bremen) von der Werft „Johann Lange“ gebaut. Es war auf den Feuerschiff-Positionen „Weser“ (1889 bis 1953), „Bremen“ (1954/1955 und 1956 bis 1966) und „Elbe 3“ (von 1966 bis 1977), nordwestlich von Cuxhaven in der Deutschen Bucht, eingesetzt. 1977 wurde die Position durch eine Leuchttonne ersetzt und das Feuerschiff am 23. Mai 1977 in Cuxhaven außer Dienst gestellt. Seit 1979 liegt das Schiff im Museumshafen Ovelgönne und ist im Sommer für Gästefahrten im Einsatz. Es ist das älteste fahrbereite Feuerschiff der Welt. Das Schiff darf nicht mit einer weiteren „Elbe 3“ verwechselt werden, die im Museumshafen von Bremerhaven liegt.

Das Feuerschiff „Elbe 3“ in Ovelgönne.
Imago/imagebroker
Das Feuerschiff „Elbe 3“ in Ovelgönne.

9. Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“

Ebenfalls zur Dampf Rundum ist der zweimotorige Kreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) „Nis Randers“ geladen. Der 23,3 Meter lange Seenotkreuzer wurde 1990 von der „Schweers-Werft“ in Berne-Bardenfleth (Landkreis Wesermarsch, Niedersachsen) gebaut. Das Boot hat seinen Namen nach der Titelfigur einer gleichnamigen Ballade von Otto Ernst. Das Beiboot mit dem Namen „Onkel Willi“ wurde zu Ehren eines langjährigen Vormanns der DGzRS-Station in Maasholm benannt, wo die „Nis Randers“ seither an der Schleimündung stationiert ist. Das Schiff erreicht eine Geschwindigkeit von 20 Knoten (37 km/h) und wird von zwei Dieselaggregaten mit insgesamt 1944 PS angetrieben.

Der Rettungskreuzer „Nis Randers“ steht im 25. Jahr in Diensten der DGzRS-Station Maasholm.
shz
Der Rettungskreuzer „Nis Randers“ steht im 25. Jahr in Diensten der DGzRS-Station Maasholm.

10. Schlepper „Styrbjørn“

Der Schlepper mit altnorwegischem Namen, benannt nach einem Königssohn, wurde 1910 in Göteborg gebaut. Die Schwedische Gruben- und Eisenbahngesellschaft gab ihn in Auftrag. Er war seinerzeit der stärkste Schlepper Skandinaviens. 1940 wurde er von deutschen Streitkräften versenkt und noch im selben Jahr gehoben und instand gesetzt. 1950 repariert, setzte die „Styrbjørn“ noch bis 1963 ihren Dienst in Narvik fort. 1965 wurde das Schiff außer Dienst gestellt und verfiel zusehends. Erst 1979 kaufte der „Norsk Veteranskibsklub“ das Schiff. 2005 war das Schiff wieder im Dienst und wird nun auf ehrenamtlicher Basis betrieben. Der Schlepper ist 28,65 Meter lang und liegt heute im Osloer Hafen.

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11. Weitere kleine Dampfboote

Weitere Dampfboote sind die „Pauline“, „Heihoo“, „Horus“, „Iris“ und „Mathilda“. Hierbei handelt es sich um kleine Hafen- oder Lotsenboote.

'Dampf Rundum' in Flensburg. Foto: Marcus Dewanger
"Dampf Rundum" in Flensburg. Foto: Marcus Dewanger

Auf einer Karte ist zu sehen, wo die Schiffe im Flensburger Hafen liegen werden. Weitere Informationen - auch zum Programm - gibt es auf der offiziellen Seite des Dampf Rundum.

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