Dänisches Gebäck für die Flensburger

Will die Flensburger mit dänischem Gebäck erfreuen: Bäcker Michael 'Migge' Ketelsen.   Foto: Karin Riggelsen
Will die Flensburger mit dänischem Gebäck erfreuen: Bäcker Michael "Migge" Ketelsen. Foto: Karin Riggelsen

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06. Oktober 2010, 03:59 Uhr

Schauby/Skovby | Der Mietvertrag ist unterschrieben. Die rund 100 Quadratmeter des Geschäfts sind umgestaltet und eingerichtet. Die Maschinen für die Backstube auf dem Weg in die Flensburger Innenstadt. Dorthin, wo in wenigen Wochen die erste original dänische Bäckerei Flensburgs eröffnet.

Bäcker Michael "Migge" Ketelsen von der Südspitze Alsens in Schauby backt seine kleinen und großen Brötchen zukünftig nämlich auch südlich der Grenze. Genauer gesagt am nördlichen Ende der Flensburger Fußgängerzone an der Norderstraße 9. In den Räumlichkeiten der ehemaligen Sydbank-Filiale.

Hier entsteht "Migges danish bakery", deren Eröffnung für Ende Oktober/Anfang November geplant ist. "Wir erleben seit Jahren, wie sehr Deutsche unser Gebäck mögen. Viele Touristen decken sich bei uns mit Vorräten ein, bevor sie nach Hause fahren. Da liegt es doch nahe, dass wir den Flensburgern nun backend entgegen kommen", lacht Michael Ketelsen. Im Sommer beliefert seine Bäckerei viele Campingplätze der Region, in den Wintermonaten ist weniger zu tun. "Also dachte ich, dann backen wir doch im Winter gleich vor Ort in Deutschland", erklärt der Bäcker, der das Geschäft vor sechs Jahren von seinem Vater Peter übernahm, der es seinerseits 20 Jahre lang betrieben hatte. Somit ist Michael Ketelsen mit dänischer Backtradition aufgewachsen - und vertraut.

Seine Vermutung, warum dänische Backware bei Deutschen ankommt, ist folgende: "Wir sind oft experimentierfreudiger. In Deutschland ist ein Rezept ein Rezept und wird meist nicht verändert. Hier probiert und kreiert man laufend Neues und Ungewohntes", sagt Michael Ketelsen.

"Klassiker wie französisches Kartoffelbrot oder Graubrot behalten wir hingegen bei. Es ist wohl die Mischung aus Backtradition und Experimenten, die ankommt. Und die Gemütlichkeit vom Sønderjysk Kaffebord."

Mit Dannebrog-Schnitten aus Mürbeteig, Marzipan und Himbeermarmelade, Comtesse-Waffeln in Nuss-Nougat oder minütlich frischem Brot aus dem Steinofen, mit drei Festangestellten und mehreren Teilzeitmitarbeitern will Michael Ketelsen bald loslegen. "Ich kann es kaum abwarten, in der offenen Backstube zu stehen und frisches Gebäck aus dem Ofen zu ziehen", sagt der 38-Jährige, der das Backunternehmen gemeinsam mit seiner Frau führt.

Die Geschäftsgründung in Deutschland sei für ihn als Däne "ein Vergnügen gewesen. Ob bei der Anmietung der Immobilie oder die Zusammenarbeit mit den Handwerkern - das lief alles reibungslos."

Neben dem Einzelverkauf im Laden hofft Ketelsen auf das Geschäft mit Vor- und Sammelbestellungen: "Mal sehen, wie viele Firmen bei Meetings Kransekage und dänische Brötchen auftischen."

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