zur Navigation springen

Flensburger Werft : Dänisches Design für deutsche Schiffskabinen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Viel versprechendes Kooperationsprojekt zwischender Flensburger Schiffbau-Gesellschaft und Design Skolen in Kolding über die Gestaltung von Schiffskabinen

Es war eine internationale Gesellschaft, die sich da im Konferenzraum der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft versammelt hatte. Eine Studentin aus Taiwan, ihre beiden Kommilitonen aus China und Italien und ihr Dozent Peter Barker aus England waren zusammen mit weiteren Studenten aus der dänischen Design Skolen in Kolding nach Flensburg gekommen. Konferenz- und Vortragssprache war Englisch.

Kein Problem für Oberbürgermeister Simon Faber, der die Idee zu der Kooperation hatte, die es in dieser Form zuvor noch nicht gegeben hatte. Dänemark sei nicht zuletzt für hervorragendes Design bekannt, Deutschland für seine Industrie.

„Wenn man hochwertiges dänisches Design und hochwertige deutsche Industrie zusammen bringt, müsste ein Mehrwert für beide entstehen.“ Mit seiner Idee stieß er bei Ulf Bertheau, Chef der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft, auf offene Ohren. Bei einem gemeinsamen Besuch in Kolding wurden Nägel mit Köpfen gemacht.

Die Master-Studenten von Peter Barker, Head of Industrial Design an der Schule, bekamen die Aufgabe, sich kluge Gedanken über die Kabinen auf Schiffen zu machen. Seit einigen Jahren baut die FSG hoch spezialisierte Schiffe, auf denen nicht nur Seeleute arbeiten und wohnen, sondern auch Wissenschaftler und Ingenieure. „Da muss man einen anderen Standard an die Inneneinrichtung anlegen“, so Bertheau. Weiteres Thema: eine bessere Ausnutzung des stets sehr knappen Raumes auf Personenfähren.

Charmant, witzig und ideenreich präsentierten Li-Yu, Guglielmo und Keyu ihren Entwurf einer flexibel zu nutzenden Kabine für Menschen, die bis zu fünf Wochen am Stück auf See sind. Themen wie Privatsphäre, Einsamkeit und Erschöpfung galt es ebenso zu beachten wie technische Probleme bei der Verschiebung von Möbelstücken. Dazu kamen Farben und Formen. Design made in Denmark klang hier und da deutlich an. Vor allem variabel einsetzbare, farbige Raumteiler spielten eine große Rolle in dem Entwurf der drei Studierenden. Nordisch sachlich, aber ebenfalls sehr kreativ zeigten die beiden dänischen Studenten Casper und Jakob, wie sie sich künftig eine zwei- und eine Vierbettkabine auf einer Passagierfähre vorstellen. Letztere hat bei ihnen sogar ein Doppelbett – offenbar eine Ausnahme auf Fähren. Bei den beiden lassen sich Betten in Tische verwandeln – das erforderliche Bauteil hatten sich sogar dabei. Toilette und Waschbecken lassen sich durch Drehen in der Wand versenken, so dass mehr Platz zum Duschen im Minibad entsteht. Die Anschlüsse an das Abwassernetz wurden dabei ebenfalls bedacht.

Faber war beeindruckt, FSG-Mann Jens Heyer, Leiter des Bereichs Projekte, regelrecht begeistert. Er habe Lösungen gesehen, die es wert seien, weiter verfolgt zu werden. Bertheau konnte sich eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Design Skolen vorstellen, an der 350 Studierende ihren Bachelor oder Master machen.

 

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 16.Nov.2015 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen