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Handewitt-Weding : Dänisches Bettenlager erfindet sich neu

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neue Filialen in Flensburg, Chile und Fuerteventura: Wie in Weding Offline- und Online-Handel verbunden werden sollen

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2017 | 16:11 Uhr

Ole N. Nielsen arbeitet seit 33 Jahren beim Dänischen Bettenlager. Er kam im Jahr 1984 – die dänische Jysk-Gruppe um Inhaber Lars Larsen hatte in der Flensburger Neustadt gerade ihren ersten Laden in Deutschland eröffnet. Seitdem gab es für die deutsche Jysk-Tochter mit ihrer Zentrale im Handewitter Ortsteil Weding unmittelbar am südwestlichen Flensburger Stadtrand nichts als Wachstum. Und Geschäftsführer Nielsen gehört seitdem zu den Managern, die dieses Wachstum organisieren. 942 Filialen hat das Bettenlager mittlerweile in Deutschland, nach 35 Neueröffnungen, neun Umzügen, 13 Erweiterungen und elf Schließungen. Es ist viel Bewegung in diesem dynamischen Unternehmen.

In diesem Monat plant das Handelsunternehmen für Wohnen, Schlafen & Co den nächsten Laden in Flensburg. Für Nielsen und sein Team ist es eine besondere Eröffnung – nicht nur, weil das Geschäft im Flensburger Citti-Park als drittes in der Stadt (nach An der Bleiche und Famila Schottweg) nur rund vier Kilometer von der Wedinger Deutschland-Zentrale mit ihren 550 Beschäftigten entfernt liegt. „Es ist mit 270 Quadratmetern die kleinste Fläche überhaupt“, erklärt Nielsen. Und noch etwas Besonderes soll diese Eröffnung kennzeichnen. Die ehemalige „Butlers“-Fläche soll nicht nur im Konzept der kleineren „City-Stores“ in guten städtischen Lagen geführt werden. Das Geschäft wird die neue High-Tech-Testfiliale des Konzerns: „Als Pilotprojekt wollen wir hier die digitale Preisauszeichnung umsetzen“, berichtet Ole N. Nielsen. Zum Konzept gehören außerdem platzsparende Warenträger sowie neue Informationssysteme und Bewegtbildangebote.

Das Dänische Bettenlager steuert aus Weding neben den deutschen Filialen auch noch Österreich, die Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal. Dort versucht man gerade, ein traditionsreiches, aber auch bislang in vielen Bereichen traditionell tickendes Handelsunternehmen in die digitale Zukunft zu führen. Mit E-Commerce allein ist es da nicht getan: „Wir müssen es schaffen, die Offlinewelt mit der Onlinewelt zu verbinden“, sagt Digitalchef Kay Ahnsel. Er kann vor gut anderthalb Jahren zum Bettenlager und führt in der Wedinger Zentrale bereits eine 33 Leute starke Hauptabteilung. „Wir haben das Knowhow, die technischen Möglichkeiten und den Antrieb, etwas voranzubringen“, sagt Ahnsel. Gerade eröffnen die Wedinger neue Filialen in Portugal und auf Fuerteventura. Im Frühjahr soll die erste in Chile dazukommen, die ebenfalls aus dem Handewitter Ortsteil gesteuert wird.

Seit zehn Monaten gibt es beim Bettenlager zum das System „Click and Reserve“: Bereits mehr als ein Viertel der Kundschaft wolle so einkaufen – online bestellen und das Gekaufte dann selbst in der Filiale abholen. Dies sei in 941 Filialen möglich.

Das Online-Endkundengeschäft wird über das Logistikzentrum Zarrentin in Mecklenburg abgewickelt, wo Unternehmen wie DHL oder UPS die Ware abholen. Weitere Logistikzentren gibt es in Homberg/Hessen und Kammlach in Bayern. Durchschnittlich 100  000 Quadratmeter Lagerfläche und 135000 Palettenplätze gibt es dort. „Man darf Logistik und Retouren im E-Commerce nicht unterschätzen“, sagt Ahnsel.

Einige Sorgen macht sich Geschäftsführer Nielsen um den Standort: „Was tut man in Kiel für den nördlichen Landesteil?“, fragt er. Uni und Hochschule seien als Standortfaktoren allein zu wenig. Die Autobahn A7 mit der Rader Hochbrücke und die Bahnanbindung der Region hält er für problematisch: Man müsse Privatflüge aus Billund mieten, um hier wegzukommen: „Das nördliche Schleswig-Holstein kann nicht von Ferienwohnungen und Fahrradtouren in Angeln leben.“

Am Donnerstag, 24. August, geben von 14 bis 14.30 Uhr in der neuen Citti-Park-Filiale (ehemalige „Butler's“-Fläche) die SG-Stars Kevin Møller, Kentin Mahé und Rasmus Lauge Autogramme zur Eröffnung des neuen „City-Stores“.

JYSK GROUP

Dänisches Bettenlager

Die Jysk Group wurde 1979 in Dänemark von Lars Larsen gegründet. Heute zählt sie mehr als 2400 Geschäfte und 21000 Mitarbeiter in 48 Ländern.  Der Gesamtumsatz der Gruppe im Geschäftsjahr 2015/2016  betrug 3,6 Mrd. Euro.  Die Tochter Dänisches Bettenlager betreut von der Zentrale in Weding bei Flensburg sieben Ländermärkte mit 1200 Filialen und rund 8000 Mitarbeitern. Vom Jahresumsatz  von 1,3 Milliarden Euro wird  gut eine Milliarde in Deutschland erwirtschaftet.   Das Sortiment umfasst mehr als 4000 Produkte. In Deutschland und Österreich heißt das Unternehmen Dänisches Bettenlager, in den anderen Ländern firmiert es unter der Konzernmarke Jysk.
 


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