Dänen stimmen zu: Der Idstedt-Löwe kommt zurück

  Der Idstedt-Löwe  in Kopenhagen. Foto: sh:z
Der Idstedt-Löwe in Kopenhagen. Foto: sh:z

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09. Juni 2009, 10:14 Uhr

Flensburg | Die dänische Regierung hat beschlossen, dem Wunsch der Flensburger Ratsversammlung nach einer Verlegung des Idstedt-Löwen nach Flensburg zu entsprechen - und zwar bereits einen Tag nach dem Ratsvotum am vergangenen Freitag. Das erklärte Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner am Rande der Festveranstaltung zum dänischen Jahrestreffen.

Zuvor hatte der dänische Außenminister Per Stig Møller in seiner Festansprache das Löwenthema aufgegriffen und mitgeteilt, dass die Regierung der Bitte des Rates positiv gegenüber stehe. Dabei zitierte er sogar eine Passage aus dem gemeinsamen Antrag der sieben Ratsfraktionen.

Man werde sich im August in Kopenhagen zu Gesprächen treffen, um das weitere Prozedere zu besprechen, sagte Tscheuschner weiter. Dabei gehe es einerseits um die Kosten des Transports des Löwen, aber auch um den Zeitpunkt. In Frage komme das offizielle Stadtjubiläum Flensburgs im Dezember 2009, so der OB, aber auch ein Zeitpunkt "in der warmen Jahreszeit" zwischen Mai und Oktober, dann aber eher im Jahr 2010.

Das hätte den Vorteil, dass man die Rückkehr des Löwen mit einem großen deutsch-dänischen Sommerfest verbinden könnte. Zu diesem Anlass sollen dann auch höchste Vertreter der Regierungen beider Staaten eingeladen werden. Als Standort komme der ursprüngliche auf dem Alten Friedhof oder aber ein Platz auf dem Museumsberg in Frage, so der OB.

Der Idstedt-Löwe (dänisch: Istedløven) wurde von dem dänischen Bildhauer Herman Wilhelm Bissen als Denkmal für den Sieg der königlich-dänischen Truppen über die Schleswig-Holsteiner in der Schlacht bei Idstedt (25. Juli 1850) geschaffen. Die vier Meter hohe Skulptur wurde am 25. Juli 1862 auf dem Alten Friedhof in Flensburg enthüllt.

Im Jahre 1867, drei Jahre nach dem deutschen Sieg bei den Düppeler Schanzen, wurde der stark beschädigte Löwe auf Betreiben des Generalfeldmarschalls Friedrich Graf von Wrangel nach Berlin transportiert. Dort wurde er restauriert und am 9. Februar 1868 im Berliner Zeughaus wieder aufgestellt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs veranlasste der Oberbefehlshaber der Alliierten in Europa und spätere US-Präsident Dwight D. Eisenhower im Herbst 1945 auf Wunsch der dänischen Regierung den Transport des Denkmals nach Kopenhagen.

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